Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

CD „GERMAN OPERA SCENES and ARIAS“ – MALIN BYSTRÖM singt Musik von R. Strauss, Beethoven, von Weber und Korngold; BIS

28.04.2026 | cd

CD „GERMAN OPERA SCENES and ARIAS“ – MALIN BYSTRÖM singt Musik von R. Strauss, Beethoven, von Weber und Korngold; BIS

Arg gedämpfte Freude!

by

Aktuell tourt die schwedische Opern- und Konzertsängerin Malin Byström mit Jonas Kaufmann und einem überwiegend österreichisch-ungarischen Operettenprogramm durch die Lande. Die nächsten Stationen führen die beiden nach Freiburg, Stuttgart, Luzern, Mannheim und in die Alte Oper in Frankfurt. Unter Mitwirkung der Philharmonie Baden-Baden unter Jochen Rieder sind Höhepunkte aus „Das Land des Lächelns“, „Die Csárdásfürstin“ und „Gräfin Mariza“, „Der Teufelsreiter“ sowie das Titelstück ‚Magische Töne‘ aus Goldmarks Oper „Die Königin von Saba“ angekündigt. Soweit das Heute.

Seit fast 25 Jahren steht Malin Byström schon in der ersten Opernreihe. Im Jahr 2002 sang sie am Royal Opera House Covent Garden die Amalia in Verdis „I Masnadieri“. Einen großen Erfolg konnte Byström mit ihrer gleißenden Interpretation der Salome an der Dutch National Opera 2017 unter Daniele Gatti verbuchen. Ein Live-Mitschnitt, erschienen bei RCO, gibt nachvollziehbaren Aufschluss darüber.

Auf dem neuesten Soloalbum singt Byström Arien und Szenen aus „Die ägyptische Helena“ von Richard Strauss, die große Arie der Leonore ‚Abscheulicher, wo eilst du hin?‘ aus Ludwig van Beethovens „Fidelio“, Agathes ‚Wie nahte mir der Schlummer‘ aus „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber. Neben der Soloszenen der Gräfin aus „Capriccio“ von R. Strauss ‚Morgen Mittag um elf!‘ und dem Schlussgesang der Salome steht als Reißer noch E. W. Korngolds ‚Glück, das mir verblieb‘ aus dessen „Die tote Stadt“ auf dem Programm.

Uneingeschränkt positiv ist die musikalische Leistung des Royal Stockholm Philharmonia Orchestra unter der Leitung des Dänen Thomas Søndergård zu loben, der dem Klangkörper bei Strauss ein wunderbar silbernes Flirren entlockt und wunderbar farbenprächtig spätromantische orchestrale Stimmungsbilder zu malen versteht.

Bei den im Zeitraum 2020 bis 2023 entstandenen Aufnahmen fällt sofort auf, dass sich Byström ab einer gewissen Höhe zu plagen beginnt und dass insgesamt kein Wort zu verstehen ist. Da klingt der an sich karamellig timbrierte Sopran auf einmal eng, gestresst und flackrig. Darunter leidet insbesondere die vokale Qualität bei allen Straussnummern. Der Schluss aus ‚Die Zweite Brautnacht‘ bildet dabei den untrüglichen Offenbarungseid. Am besten, weil lyrisch angegangen, gelingen die Ausschnitte aus „Fidelio“ (bis auf den gefürchteten Schluss der Arie) und dem „Freischütz“.

Insgesamt fragt sich der geneigte Hörer aber, für wen dieses Album gemacht ist und wem es nützt, belegt es doch hauptsächlich die mittlerweile unüberhörbare Überforderung und Abnutzung eines einst auch in den Höhen freien und wohlklingenden Soprans, der ungemein vielversprechend startete. Ich dachte eine Zeit lang, mit diesem Material ist die Karriere einer „Fleming II“ vorgezeichnet. Jetzt zeichnet nicht zuletzt der Vergleich der Salome von 2017 zu 2023, wenn schon kein trauriges, dann ein doch unebenes Stimmbild. Wirklich schade.

Dr. Ingobert Waltenberger

 

Diese Seite drucken