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CD GEORG FRIEDRICH HÄNDEL: CONCERTI A DUE CORI – Freiburger Barockorchester, harmonia mundi

29.05.2018 | cd

CD GEORG FRIEDRICH HÄNDEL: CONCERTI A DUE CORI – Freiburger Barockorchester, harmonia mundi

Stellen Sie sich vor, heute würde ein Komponist, um das Publikum in die Aufführungen zu locken und den Verkauf der Eintrittskarten zu befördern, seine Oratorien oder anderen Werke für Chor, Solisten und Orchester mit gefälligen Konzerten als Interludien „anreichern“? Undenkbar. Aber genau zu diesem Zweck komponierte Händel etwa seine berühmten Concerti Grossi Op. 6. Auch die drei „Doppelchörigen Konzerte“, die auf der neuen CD des Freiburger Barockorchesters exemplarisch eingespielt wurden, erfüllten exakt diesen Zweck, geschrieben für die Oratoriensaison von Covent Garden 1747/1748.

Diese „best of Händel“ Konzerte, in denen zwei Orchester konzertierend und miteinander antreten, die wiederum in Bläser (2 Oboen, 1 Fagott, 4 Hörner)- und Streicherblöcke samt Continuo unterteilt sind, borden über vor sprühenden instrumentalen Dialogen, mitreißender Rhythmik und reizvollen Klangkombinationen. Historisch kam Händel entgegen, dass nach der Niederschlagung der Jakobinischen Rebellion von 1745 zahlreiche Militärorchester aufgelöst wurden, sodass jede Menge an Oboisten, Fagottisten, Hornisten und andere Bläser ohne Anstellung waren. Händel konnte also aus einem reichen Reservoire an fabelhaften Instrumentalisten schöpfen, um aus ihnen zwei Chöre aus Blasinstrumenten zu bilden. 

„Im gleichen Geist bildeten die drei übersprudelnden Concerti a due cori die perfekte Ergänzung zur grandiosen, triumphalen Atmosphäre der Oratorien, denen sie zur Zierde dienten – in ihnen kommt die ganze Händelsche Meisterschaft im Erzeugen von Klangfarben und -fülle zum Ausdruck, die für den Appetit des Publikums auf mitreißende, inspirierende Musik wie maßgeschneidert erscheinen“, weiß Simon Heighes im Booklet anschaulich zu beschreiben.

Die Freiburger treten also in zwei Orchester geteilt auf, deren erstes von Gottfried von der Goltz, das zweite von Petra Müllejans geleitet wird. Die Konzerte sind in F-Dur und B-Dur geschrieben und weisen sechs bzw. sieben Sätze auf. Der musikalische Ansatz der in diesem Repertoire erfahrenen Originalklangleute ist zupackend, großformatig, spielerisch und voller typisch Händelscher Lebensfreude. Barock-majestätische Unterhaltung vom Feinsten. 

Dr. Ingobert Waltenberger

 

 

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