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CD: GEORG FRIEDRICH HÄNDEL: ALEXANDER’S FEAST OR THE POWER OF MUSIC – Vox Orchester & Vox Chor, Lorenzo Ghirlanda

16.10.2020 | cd

CD: GEORG FRIEDRICH HÄNDEL: ALEXANDER’S FEAST OR THE POWER OF MUSIC – Vox Orchester & Vox Chor, Lorenzo Ghirlanda

Händel: Das Alexanderfest / Alexander's Feast or The Power of Music - Vox  Orchester & Vox Chor, Marie Sophie Pollak, Tobias Hunger, Kresimir  Strazanac, Georg Friedrich Händel, Lorenzo Ghirlanda: Amazon.de: Musik

„Alte Musik zu spielen, heißt neue Musik zu entdecken“

Ihrem Motto „Alte Musik zu spielen, heißt neue Musik zu entdecken“ folgend, legen das Vox Orchester und der Vox Chor (Leitung: Kathy Saltzmann Romey) unter der Leitung ihres Gründers Lorenzo Ghirlanda beim Label deutsche harmonia mundi eine Aufnahme von Händels Ode „Alexanders Fest oder: die Macht der Musik“ vor.

Händels Ode, deren Titel in alten Drucken um „wrote in honour of St.Cecilia“ oder „in honour of St.Cecilias Day“ ergänz ist, die keinen eigentliche Handlung aufweist, beginnt mit der Beschreibung des glanzvollen Siegesfests, das der für seine Kampfeslust wie Feierfreude gleichermassen berühmte Alexander der Grosse 330 v.Chr. im Palast des Dareios im eroberten Persepolis feiert. Nach den Entbehrungen auf dem Schlachtfeld ist die Feierlaune von Alexanders Gefolge übermächtig und im Palast des persischen Herrschers mangelt es an Nichts. Der legendäre Sänger Timotheus feiert den Helden Alexander in Oden und Hymnen. Als das Fest ausser Rand und Band gerät und zu eskalieren droht, erinnert Timotheus an die Niederlage und den einsamen Tod des persischen Herrschers. Mit seiner Kunst, mit der Musik gelingt es Timotheus die Situation zu entschärfen: von den Emotionen und dem Alkohol überwältigt schläft Alexander in den Armen seiner Geliebten Thaïs ein. Als Alexander wieder aufgewacht ist, geht Timotheus, mit der Erinnerung an die unehrenhaft bestatteten Kameraden, die gerächt werden müssten, einen Schritt zu weit: Rasch sind Persien und Persepolis als Schuldige ausgemacht und vom Gefolge unter Führung von Thaïs in Schutt und Asche gelegt. Cäcilia, die christliche Schirmherrin der Musik, kann die Gewalt nicht ertragen und stiftet mit Engelsstimmen Frieden. Die Masse, eben noch im Banne des Timotheus, fordert nun von diesem der Heiligen Cäcilia den Siegerkranz zu überlassen. Die Macht der (christlichen) Musik triumphiert.

Das dünne Booklet der Aufnahme ist relativ dürftig, denn es legt das Hauptgewicht nicht auf Informationen zum Werk sondern auf das Selbstbewusstsein des Orchesters und seines Dirigenten. Mehr Relevantes als der Text ist da zum Werk leider nicht zu erfahren. Die Interpretation des Orchesters und seines Dirigenten ist zweifelsohne von der Begeisterung und Vitalität der Jugend geprägt. Diese Tugenden den „Alten“ abzusprechen geht aber zu weit.

Die Solisten sind allesamt jüngere Semester, allesamt Spezialisten für Alte Musik. Marie Sophie Pollaks Sopran, klar und technisch perfekt ausgebildet, klingt verschiedentlich etwas scharf. Der Tenor von Tobias Hunger, bestens geführt klingt, ganz wie der Bass von Krešimir Stražanac nahezu ideal für Händels Ode zu Ehren der Musik.

Eine Aufnahme, die Freude macht.

15.10.2020, Jan Krobot/Zürich

 

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