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CD FLORIAN NOACK: ALBUM EINES REISENDEN – la dolce volta

Klaviermusik u.a. von Grainger, Brahms, Rachmaninov, Grieg, Schubert, Szymanowski, Martucci

27.05.2018 | cd

CD FLORIAN NOACK: ALBUM EINES REISENDEN – la dolce volta

Klaviermusik u.a. von Grainger, Brahms, Rachmaninov, Grieg, Schubert, Szymanowski, Martucci

Wir alle sind Reisende und finden die für uns maßgeschneiderten Ziele oft assoziativ, auf Basis zufälliger Anregungen oder durch lockeres Stöbern. Auch der junge Belgier Florian Noack ließ sich für seine ganz persönliche musikalische Reise von verschiedenen Quellen und Inspirationen leiten: Musik, die ferne Länder heraufbeschwört; seltene Klavierwerke, von denen im Buch „La musique de piano“ von Guy Sacre die Rede ist oder Stücke, die durch Volksmusik inspiriert sind.

„Zudem hatte ich den Wunsch, anhand der auf der CD vereinten Stücke eine Zeit heraufzubeschwören, in der die Musik kein Kunstobjekt am Rande des Alltags war, sondern ein fester Bestandteil des täglichen Lebens, zugleich simpel und notwendig.“ so Noack

Dabei hat sich der überaus begabte und feinsinnige Pianist, der sich besonders für Seltenes aus dem romantischen bzw. postromantischen Repertoire interessiert, auch in Werke „verliebt“, die ursprünglich nicht fürs Klavier komponiert worden waren. Couragiert hat er mehr oder weniger freie Bearbeitungen, etwa des „Chant Russe“ von Rachmaninov, von vier (aus dem insgesamt 49) deutschen Volksliedern von Brahms (All‘ mein Gedanken, Dort oin den Weiden steht ein Haus, Gunhilde, Wie komm‘ ich denn de Poots eren?), den „Variations sur des airs de biniou“ von Paul Ladmirault, den Auszügen aus den „Lachischen Tänzen“ von Janacek oder der „Tarantella“ von Martucci, entworfen. Dabei will Noack einfach den Reiz dieser Musik vermitteln, in der Hoffnung, dem Zuhörer unerwartete klangliche Entdeckungen zu bieten.

Auf dem Album zudem sind rare Juwelen von Grieg – drei der 17 Stücke des Zyklus „Bauerntänze“, der „iberische Tanz“ des spanischen Komponisten Joaquín Nin, zwei an Folksongs angelehnte Stücke des australischen Komponisten Percy Grainger („Molly on the Shore“, „The Knight and the Sheperd’s daughter“), zwei kurze Tänze des armenischen Tonsetzers Komitas oder drei der vier „polnischen Tänze“ von Karol Szymanowksi zu hören.

Zum aufregenden Galopp sind die Pferde gesattelt. Noacks Neugierde und Entdeckungsfreude überträgt sich auf den Hörer. Die kunstvoll in mitreißenden tänzerischen Elan gewandelten Volks- bzw. folkloristischen Melodien, die Originalität seiner Bearbeitungen, der pianistische Furor, all das trägt zu einer höchst geglückten CD bei. Lust auf Urlaub? Dieses Album entführt Sie akustisch ganz ohne Stress und Trubel auf angenehmste Weise zu entlegenen und lohnenden Ferienzielen. Die Reiseversicherung kann hier wohl eingespart werden.

Der. Ingobert Waltenberger

 

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