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CD: EKATERINA SIURINA: AMOUR ÉTERNEL – Kaunas City Symphony, Constantine Orbelian

20.06.2020 | cd

CD: EKATERINA SIURINA: AMOUR ÉTERNEL – Kaunas City Symphony, Constantine Orbelian

Amour éternel | HIGHRESAUDIO

Beim Label Delos legt die Sopranistin Ekaterina Siurina eine Silberscheibe mit einer Auswahl französischer und italienischer Opernarien aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Begleitet wird sie von der Kaunas City Symphony unter Constantine Orbelian und in den Duetten von ihrem Gatten Charles Castronovo.

„Depuis le jour“ aus Gustave Charpentiers „Louise“ überzeugt durch seine verinnerlichte Darbietung. Gounods „Romeo et Juliette“ ist gleich dreimal vertreten. Das „Je veux vivre“ gelingt ihr, trotz ihrer so klaren Stimme, dass sie manchmal etwas gar scharf wird, letztlich doch auf Grund der Jugendlichkeit überzeugend. Bei „Va! Je t’ai pardonné“ und „Roméo! qu’as-tu donc?“ ist das erste Mal Castronovo beteiligt: beide Stimmen harmonieren aufs Beste und strömen völlig frei. Etwas mehr Leichtigkeit würde den Eindruck noch verbessern. Gounods Juwelenarie („O Dieu! que de bijoux”) geht Siurina dann mit übermässiger Zurückhaltung an. Ihre wunderbar klare Stimme hätte deutlich mehr zu bieten. Mit Bizet schliesst Siurina den französischen Teil ihrer Aufnahme ab. „Me voilà seule dans la nuit” aus den Perlenfischern („Les pêcheurs de perles“) gelingt nahezu mustergültig. Hier ist die Leichtigkeit plötzlich da. „Je dis que rien m’épouvante”gelingt leider nur durchschnittlich und klingt beliebig.

Der Verismo und Puccini scheinen Siurina (und ihrem Gatten) deutlich besser zu liegen als französische Oper. Bei den drei Nummern aus „La Bohème“, „Sì. Mi chiamano Mimi”, „O soave fanciulla” und „Donde lieta uscì” blühen die Stimmen richtiggehend auf. „Chi il bel sogno di Doretta” aus „La Rondine und „Signore, ascolta!” und „Tu, che di gel sei cinta” aus Turandot gelingen mit genau den Farben und der Süsse in der Stimme, die Puccinis Musik braucht. Mit dem wunderbar innig vorgetragenen „ Ave Maria” (Emilia: Rita Preiksaite) aus Verdis Otello endet die Aufnahme.

Die Kaunas City Symphony unter Constantine Orbelian ist dieses Mal eine zuverlässige Begleiterin.

Bei den französischen Arien ist noch Luft nach oben, die Puccini-Arien machen Lust auf mehr. Viel mehr

20.06.2020, Jan Krobot/Zürich

 

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