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CD: DIVINA – SACRED MUSIC BY BIBER AND SCHMELZER – Les Passions de l’Ame, Meret Lüthi

28.06.2020 | cd

CD: DIVINA – SACRED MUSIC BY BIBER AND SCHMELZER – Les Passions de l’Ame, Meret Lüthi

Les Passions de l'Ame - Divina (CD) – jpc

 

„Die Musik hat die Kraft, Irdisches mit Himmlischem zu verbinden“, so das Booklet, lautet das Motto der vom 17. bis 20. September 2019 im Radiostudio Zürich aufgezeichneten Einspielung, die Meret Lüthi und das von ihr gegründete Ensemble „Les Passions de l’Ame – Orchester für Alte Musik Bern“ beim Label deutsche harmonia mundi vorlegen.

Unter dem Titel „Sacred music by Biber and Schmelzer“ vereinigt Lüthi Werke von Heinrich Ignaz Franz Biber (1644–1704) wie Partia II und VII aus „Harmonia Artificiosa-Ariosa“, die Vertonung der Psalmen 122 „Laetus sum“ (Bass: Lisandro Abadie) und 127 „Nisi Dominus“ (Bass: Jonathan Sells) sowie der Schutzengel-Passacaglia aus den Rosenkranz-Sonaten und von Johann Heinrich Schmelzer (um 1623–1680) wie die Sonata VII a 5 und VIII a 5 aus dem „Sacro-Profanus Concentus Musicus“.

Beide Komponisten hatten hohe und höchste Stellungen an allen wichtigen Höfen der Zeit und ihre Arbeiten waren die Basis für die Entwicklung der österreichisch-süddeutschen Musik ihrer Zeit. Bibers Arbeiten bauen auf jenen von Schmelzer auf und Biber verwendet in der „Harmonia Artificiosa-Ariosa“ skordierte („verstimmte“) Geigen, das heisst Geigen, die nicht wie üblich gestimmt sind („Akkordatur“ vom italienischen „accordare“: abstimmen), sondern entsprechend den Akkorden des Werkes oder den Haupttönen („Skordatur“ vom italienischen „scordare“: umstimmen).

„Die Verbindung von Himmel und Erde konzentriert sich in Bibers Passacaglia zum Schutzengel, dem größten, tiefsten Werk für Violine solo vor J. S. Bach. … Die Verbindung von Himmel und Erde konzentriert sich in Bibers Passacaglia zum Schutzengel, dem größten, tiefsten Werk für Violine solo vor J. S. Bach. … „ (Zitat aus dem Booklet)

Das auf historischen oder nachgebauten Instrumenten spielende Ensemble Les Passions de l’Ame überzeugt mit einem enorm farbenreichen, vollmundigen und ausgewogenen Klang.

Selten gehörte Klänge leidenschaftlich dargebracht.

28.06.2020, Jan Krobot/Zürich

 

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