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CD BAROQUE WIND – DIE FREITAGSAKADEMIE mit  Werken von Vivaldi, Zelenka, Händel, Telemann, Fasch; Music Edition Winter & Winter  

31.05.2020 | cd

CD BAROQUE WIND – DIE FREITAGSAKADEMIE mit  Werken von Vivaldi, Zelenka, Händel, Telemann, Fasch; Music Edition Winter & Winter

 

Barocke Kammermusik für Bläser vom Feinsten

 

Zwei Barockoboen, ein Barockfagott, zwei Barockhörner, Violone, Laute und Barockgitarre, Cembalo bzw. Orgel genügen vollends, um barocke Feste steigen zu lassen. Den Beweis liefert das vorliegende Album der Formation „Die Freitagsakademie“ rund um Katharina Suske (künstlerische Leitung und Oboe). 

 

In beschwingter Laune entführen uns die selten zu hörenden Kompositionen für reines Bläserensemble von Antonio Vivaldi, Jan Dismas Zelenka, Georg Friedrich Händel, Johann Friedrich Fasch und Georg Philipp Telemann zu einem lebenssprühenden Ausflug in die lebendige Vergangenheit. Die Sonata Vivaldis in C-Dur, erst kürzlich mit der Katalognummer RV 801 ausgezeichnet, ein fröhlich konzertierendes viersätziges Werk, eröffnet von Venedig aus den Reigen. 

 

Die ausladende Sonata II in g-Moll des in Dresden wirkenden Jan Dismas Zelenka und die kürzere Sonate in g-Moll des Hofkapellmeisters im ostdeutschen Zerbst, Fasch, ebenso für 2 Oboen, Fagott und basso continuo geschrieben, bieten ein berauschendes Panorama an Klanglandschaften für die exquisit farbreichen Töne von Oboe und Fagott. 

 

Welch temporeiches Wettrennen, neckisches Umgarnen, keckes Flirten sich die beiden Oboen etwa im Allegro (4. Satz) von Zelenka liefern, ist ebenso lustvoll zu hören wie es spielerisch in den Himmel gezeichnet ist. Zwei Arias von Händel (u.a. aus Teseo) mit zwei Hörnern, zwei Oboen und Fagott üppig besetzt und eine Ouvertüre in F-Dur samt Passepied, Sarabande, Rigaudon und Le Plaisir für dieselbe Bläserbesetzung plus b.c. von Telemann beschließen dieses köstliche Album. Die als „La Chasse“ bezeichnete Suite Telemanns, für Festlichkeiten am Darmstätter Hof geschrieben, badet in lautmalerischen Hornklängen, ist zeremoniell höfisch und ausgelassen zugleich. 

 

Das achtköpfige Ensemble mit Katharina Suske, Stefano Vezzani, Carles Cristóbal, Christian Holenstein, Daniel Lienhard, Ján Krigovsky, Jonathan Rubin und Marek Čermák scheut keine virtuose Herausforderung, treibt Dynamik und Tempo auf die Spitze. Ihnen zuzuhören, ist wahrlich ein sonntägliches Vergnügen.

 

Dr. Ingobert Waltenberger

 

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