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BUPAPEST/ Ungarische Staatsoper: „ROMEO UND JULIA“ – Shakespeares Klassiker lebendig und fulminant getanzt

23.05.2022 | Ballett/Tanz

Budapest/ Ungarische Staatsoper

21.05.2022: „ROMEO UND JULIA“Shakespeares Klassiker lebendig und fulminant getanzt

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András Rónai (Romeo) und Tatiana Melnik (Julia) in Liebe vereint. ©János Kummer / Hungarian State Opera.

Einer der bekanntesten Klassiker der Weltliteratur als Ballett: die Choreografie zu „Romeo und Julia“ von László Seregi ist ganz nah an William Shakespeares Literaturvorlage orientiert. Der berühmte  ungarische Choreograf, der 2012 verstarb, schuf nicht nur großartige einaktige Ballette wie „The Wooden Prince“ oder „Der Wunderbare Mandarin“ (beide 1970) und „Variations on a Children´s Song“ (1978), sondern auch zahlreiche abendfüllende Handlungsballette, die auch heute noch gern aufgeführt werden. Neben „Sylvia“ (1972), das auch in Wien an der Volksoper im Repertoire war, sind vor allem sein „Spartacus“ aus dem Jahr 1968 sowie seine drei Shakespeare-Ballette zu nennen: „Romeo und Julia“ zur Komposition von Sergej Prokofjev hatte im Mai 1985 Uraufführung – und war bereits im April 1986 beim Ballettfestival „Tanz ´86“ als Gastspiel des Ungarischen Nationalballetts in der Wiener Staatsoper als westliche Erstaufführung zu sehen – danach entstanden „A Midsummer Night´s Dream (1989) und „The Taming of the Shrew“ (1994). Damals gastierten Katalin Volf (Julia) und Jenő Löcsei (Romeo) als Protagonistenpaar, mit György Szakály (Mercutio) und Gábor Kevehazi (Tybalt) als heißblütigen Widersachern. Seregis Version, die er als Rahmenhandlung in eine Aufführung zu Zeiten Shakespeares im Globe-Theater setzt, orientiert sich optisch an Zefirelli. Die an die Renaissance angelehnten farbenprächtigen Kostüme stammen von Nelly Vágó, das dazu passende Bühnenbild entwarf Gábor Forray

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Francesco Sardella als Mercutio inmitten des Ensembles im Feststrubels. ©János Kummer / Hungarian State Opera.

Anlässlich des 10. Todestages von László Seregi erfolgte nun die Wiederaufnahme am vergangenen Freitag in der kürzlich eröffneten neu renovierten ungarischen Staatsoper. In der samstägigen Abendvorstellung gab es viele Debuts zu bejubeln, das Publikum zeigte sich begeistert von der starken Leistung des großartigen Ensembles und applaudierte heftig. Allen voran überzeugten Tatiana Melnik als mädchenhafte Julia und András Rónai als viriler Romeo. Die beiden waren ein ausdrucksstarkes, inniges Liebespaar. Neben den beiden Debütanten gefielen auch Corps de ballet-Tänzer Francesco Sardella als unbekümmerter Mercutio und Louis Scrivener als sein jähzorniger Gegenspieler Tybalt, ebenfalls Corps de ballet-Tänzer – und beide ebenfalls zum ersten Mal in diesen Partien im Einsatz. Ballettchef Tamás Solymosi hat damit wieder jungen Tänzern die Chance gegeben, sich in Hauptrollen zu profilieren. Neu auf der Besetzungsliste waren auch Kornélia Mráz als fürsorgliche Amme, Maksym Kovtun als beherzter Pater Lorenzo, Demeter Kóbor als bestimmend eingreifender Herzog von Verona, Sára Weisz (Lady Capulet) und Gábor Szigeti (Lord Capulet) als Julias strenge Eltern sowie Gaetano Cottonaro als heiratswilliger Paris. Lea Földi als unheimliche Hexe Mab, Miklós Dávid Kerényi als sprungstarker Clown sowie Carlos Mahillo Taravillo als treuer Benvolio vervollständigten die Charaktere. Das Corps de ballet spielte und tanzte mit Verve, Gergely Kesselyák leitete das Orchester mit viel Antimo.

Ira Werbowsky

 

 

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