Orchestra Simfonică a Filarmonicii „George Enescu“ • Ateneul Român București • Konzert: 19.01.2024
Ein Konzertabend im Herzen der klassischen Musik
Das Bukarester Athenäum, seit seiner Einweihung am 5. März 1889 Heimstatt der Staatsphilharmonie George Enescu, ist das Herz der klassischen Musik in Bukarest. Ausgebildet an der École nationale supérieure des beaux-arts in Paris, war der Architekt Paul Louis Albert Galleron hauptsächlich in der rumänischen Kapitale aktiv.

Foto © C.H.
Auf dem Programm stehen an diesem Abend das Violinkonzert in D-Dur op. 77 von Johannes Brahms und Sinfonie Nr. 3 in a-Moll op. 56 (MWV N 18) von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Michal Nesterowicz dirigiert das Orchestra Simfonică a Filarmonicii „George Enescu“.
Im Gegensatz zu vielen Konzerten für Solinstrumente folgt Brahms’ Violinkonzert in D-Dur op. 77 symphonischen Prinzipien. Die Solostimme des im Sommer 1877 für den mit Brahms befreundeten Violinvirtuosen Joseph Joachim entstandenen Konzerts ist die Erste unter Gleichen: Sie beschränkt sich nicht auf Figurenwerk, sondern entwickelt die Motive mit. Die lettische Solistin Kristine Balanas schafft mühelos den Spagat sich als Erste unter Gleichen einzuordnen wie auch ihrem Part eigenständiges Gepräge zu geben. Die Staatsphilharmonie ist der Solistin ein ebenbürtiger Partner.
In Mendelsohns Sinfonie Nr. 3 in a-Moll op. 56 (MWV N 18), obwohl vom Komponisten nie autorisiert häufig «Schottische» genannt, läuft die Staatsphilharmonie zu grosser Form auf. Die «düstere Natur» Schottlands ist, auch wenn Nesterowicz die Sinfonie nicht «attacca» («ohne Pause») musiziert, vom ersten Ton an zu erahnen. Die verschiedenen Instrumenten-Gruppen überzeugen mit kräftigen Farben und intensivem, harmonischen Zusammenspiel mit perfekt abgerundetem Klang.
Der perfekte Abschluss eines Aufenthalts in Bukarest.
am20.01.2024, Jan Krobot/Zürich

