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BUDAPEST / Ungarische Staatsoper 6.6.: „SLEEPING BEAUTY“. –   märchenhafte Vorstellung eines Ballettklassikers

07.06.2026 | Ballett/Performance

BUDAPEST / Ungarische Staatsoper

6.6.2026: „SLEEPING BEAUTY“. –   märchenhafte Vorstellung eines Ballettklassikers

Mit der Wiederaufnahme von „Csipkerózsika“, wie „Dornröschen“ auf Ungarisch heißt, kehrt nach einigen Jahren Pause (die ungarische Premiere war im April 2016) ein Märchen-Ballett auf die Bühne der Ungarischen Staatsoper zurück. In der Choreografie von Sir Peter Wright nach Marius Petipa zur Komposition von Pyotr I. Tchaikovsky werden die Zusehenden von Anbeginn an von der prächtigen Ausstattung und den prunkvollen Kostümen verzaubert (Set and Costume Design: Philip Prowse; Lichtdesign: Mark Jonathan) und in eine wahrhaft märchenhafte Welt entführt. In einem Prolog und drei Akten mit zwei Pausen wird das bekannte Märchen von Dornröschen erzählt: der tödliche Fluch der zur Taufe von Prinzessin Aurora nicht eingeladen gewesenen Fee Carabosse wird durch die Fliederfee in hundertjährigen Schlaf gemildert. Es kommt, wie es kommen muss: an ihrem 17. Geburtstag sticht sich Aurora an einer Spindel und der gesamte Hofstaat fällt in tiefen Schlaf. Erst hundert Jahre später kann der Prinz mit Hilfe der Fliederfee Prinzessin Aurora mit einem Kuss aufwecken und dem Hochzeitsfest steht nichts im Wege. 

In der Titelrolle bezaubert Maria Yakovleva mit mädchenhafter Anmut und souveräner Technik. Das technisch sehr anspruchsvolle Rosenadagio gilt immer als Prüfstein für jede Ballerina und Maria Yakovleva besteht hier mit Bravour, ebenso im finalen Grand Pas de deux. Sie besticht durch schön gehaltene Balancen, technische Präzision, stilvollen Auftritt und Eleganz. Als Prinz Florimund reüssiert Louis Scrivener. Er ist als Danseur noble eine edle Erscheinung und zeigt schöne Linie, hohe Sprünge und feines Partnering.

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Maria Yakovleva (Aurora) und Louis Scrivener (Prinz Florimund) im Grand Pas de deux ©Valter Berecz / Hungarian State Opera

Vivien Csokán als liebliche (aber in dieser Version von Sir Peter Wright nicht tanzende sondern schreitende) Fliederfee besiegt letztlich ihre Widersacherin – Katerina Taraszova demonstriert starke Präsenz als Carabosse, muss aber letztlich unterliegen, siegt im Märchen doch immer das Gute. 

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Kampf der Feen: Katerina Taraszova (Carabosse) und Vivien Csokán (Fliederfee)  ©Valter Berecz / Hungarian State Opera

Die zahlreichen solistischen Einlagen in diesem Ballett wurden mit Verve dargeboten. So haben Ellina Pohodnih (Fairy of Beauty),  Natsuna Oya (Fairy of Honour), Ashlee Crowe (Fairy of Modesty), Nadezhda Sorokina (Fairy of Song), Rachel Quintao (Fairy of Temperament) und Adrienn Horányi (Fairy of Joy) gut gefallen.

Auf dem Hochzeitsfest im letzten Akt entzücken Stefanida Ovcharenko als Weißes Kätzchen mit Raffaello Barbieri (Gestiefelter Kater). Diana Kosyreva fürchtet sich als Rotkäppchen vor dem Wolf (Luca Massara). Adrienn Pap als Verzauberte Prinzessin und Vince Topolánszky als Blauer Vogel überzeugen bei ihrem Pas de deux.  Im Pas de quatre überzeugen ebenfalls Anastasiia Konstantinova, Jessica Leon Carulla, Valerio Palumbo und Yago Guerra.

Dumitru Taran (König) und Xénia Kulikova (Königin) komplettierten als majestätisches Herrscherpaar das Ensemble.   

Das Corps de ballet ist in vielen Szenen eingesetzt und präsentiert sich stets mit viel Esprit. Das klangvoll spielende Orchester der Ungarischen Staatsoper stand unter der bewährten Leitung von David Coleman.

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Schlussapotheose: am Ende wird alles gut! ©Valter Berecz / Hungarian State Opera

Das Publikum war vom märchenhaften Ambiente sehr angetan und von den tänzerischen Darbietungen begeistert – langanhaltender heftiger Beifall galt allen Beteiligten und ganz besonders dem exzellenten Hauptpaar.

Ira Werbowsky 

 

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