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BUDAPEST/ Staatsoper /Ballett: “A KALÓZ” – fulminante Piraten-Action mit Happy End

10.10.2026 | Ballett/Performance

Budapest / Staatsoper: “A KALÓZ”. – 9.10. 2026 fulminante Piraten-Action mit Happy End

Für sieben Vorstellungen ist das ungarische Nationalballett fest in Piratenhand, kehrte doch das dreiaktige Handlungsballett mit Prolog und Epilog als Wiederaufnahme auf die Bühne der Staatsoper zurück: „Le Corsaire“ hatte im April 2016 Premiere in Budapest, als Anna-Maria Holmes, die ursprünglich eine Version für das Boston Ballet geschaffen hatte (1997), ihre Kreation in Zusammenarbeit mit Ballettchef Tamás Solymosi für das Ungarische Nationalballett adaptierte. Zuletzt stand dieser Klassiker vor zwei Jahren auf dem Spielplan in Budapest.

Auf dem 1814 veröffentlichten Gedicht von Lord Byron basierend, entstand bald darauf das Ballett-Libretto von Jules-Henri de Saint-Georges und Joseph Mazilier zu einer dramatischen Liebesgeschichte zwischen der Sklavin Medora und dem Piraten Conrad. Für die Budapester Produktion hat Anna-Marie Holmes das musikalische Material ausgewählt mit Ergänzungen zur Komposition von Adolphe Adam, die Musik wurde von Kevin Galiè bearbeitet, überarbeitet und neu arrangiert.

István Rózsa hatte damals für die Premiere ein opulentes und prächtiges Bühnenbild geschaffen, Nóra Rományi entwarf die farbenfrohen und prunkvollen Kostüme – dieses malerische Bühnensetting ist immer noch ein prachtvoller Rahmen für die Handlung um Liebe und Verrat, in der aufregende Szenen mit gefährlichem Kampf sowie Lebensgefahr durch Schiffbruch und wundersame Errettung aus dem Sturm für Spannung sorgen.

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Buntes Treiben auf dem Marktplatz – Vlagyiszlav Melnyik (Birbanto) inmitten des Ensembles (© Valter Berecz / Hungarian State Opera)

Am Pult stand diesmal Paul Marsovszky, der das Orchester der Ungarischen Staatsoper mit viel Umsicht und Gespür für die lauten, dramatischen wie leisen und lyrischen Momente leitete. 2022 hatte der junge Dirigent, der in Budapest an der Musikakademie Franz Liszt Dirigieren studiert hatte, zur Wiedereröffnung der ungarischen Staatsoper nach der aufwändigen Renovierungszeit mit der Stabführung für das Ballett „Mayerling“ sein Debut gegeben.

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Luca Massara (Conrad) und Soobin Lee (Medora) mit Vince Topolanszky (Sklave Ali) in der Piratenhöhle (© Valter Berecz / Hungarian State Opera)

Vier männliche Protagonisten und zwei weibliche Hauptpartien stehen im Mittelpunkt des Handlungsplots. Luca Massara reüssierte als Conrad mit großer Bühnenpräsenz. Bestechend durch sein intensives Spiel, demonstriert er gutes Partnering (lang gehaltene Über-Kopf-Hebefiguren) und schöne Sprünge wie Pirouetten und bewies damit als Tänzer im Rang Coryphée sein Potenzial für Hauptrollen. Als sein finsterer Gegenspieler – der Freund mutiert zum Feind – konnte Vladyiszlav Melnyik (Birbanto) durch kraftvolle Virilität punkten. Souverän Vince Topolánszky als treu ergebener Sklave Ali – der Halbsolist beeindruckte mit seiner Sprungstärke. Iurii Kekalo als schlitzohriger Sklavenhändler Lankendem vervollständigt die Männerriege. Soobin Lee gefiel außerordentlich gut als Medora. Die Erste Solotänzerin ist eine grazile Erscheinung, die technische Brillanz und intensiven Ausdruck vereint. Claudia Garcia Carriera überzeugte als Gulnare mit elegantem Auftritt und feiner Technik.

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Iurii Kekalo als Sklavenhändler Lankendem preist Gulnare (Claudia Garcia Carriera) an (© Valter Berecz / Hungarian State Opera)

Auch das Corps de ballet leistete seinen wesentlichen Beitrag, um temporeich-dynamisch tanzend und mit flinker Fußarbeit zum Gelingen des Abends beizutragen. Es gab bereits viel Zwischenapplaus vom begeisterten Publikum im ausverkauften Opernhaus; der heftige Beifall am Ende galt dann auch dem Orchester und dem Dirigenten.

Ira Werbowsky

 

 

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