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BRNO / Janáček Festival 2026:  Janáček Theater: „Příhody lišky Bystroušky“. 25.10. – hochkarätig besetzte Nachmittagsvorstellung

26.10.2026 | Oper international

Brno / Janáček Festival 2026:  Janáček Theater: „Příhody lišky Bystroušky“. 25.10.2026 – hochkarätig besetzte Nachmittagsvorstellung

Zu den bekanntesten und beliebtesten Opern von Leoš Janáček zählt wohl „Das schlaue Füchslein“ – thematisch ist dieses Werk, in dem sich die Welt der Menschen mit derjenigen der Tiere vermischt, jedenfalls ein Unikat. Der Komponist wollte damit seine Sicht auf den Kreislauf des Lebens musikalisch umsetzen: der Förster findet im Wald das kleine Füchslein und holt es sich ins Haus. Als erwachsene Füchsin Schlaukopf entkommt sie in den Wald, verliebt sich in den Fuchs Goldrücken und sie gründen eine Familie mit vielen kleinen Füchslein. Als der Wilderer die Füchsin erschießt, nimmt der Förster ein junges Füchslein bei sich auf – der Kreis schließt sich, das Leben geht seinen Gang. Janáčeks Musik ist entsprechend farbenfroh, aber auch lyrisch und humorvoll und enthält Anklänge an mährische Folklore. Die literarische Vorlage stammt von Rudolf Tĕsnohlidek, der nicht nur der Begründer der Tradition des Weihnachtsbaumes der Republik war (unter den städtischen Weihnachtsbäumen konnten Spenden für bedürftige Kinder deponiert werden), sondern der auch die Idee zur Gründung vom Kinderhaus Dagmar hatte, das schließlich durch diese Spendenaktionen finanziert werden konnte und 1928 eröffnet worden war.

Diese Idee griff Regisseur und Operndirektor vom NdB Jiří Heřman für seine Inszenierung auf und versetzt die Handlung mit viel Liebe zum Detail in das Kinderheim Dagmar, um die Geschichte mit den Augen der Kinder zu erzählen (Premiere war am 17. November 2018). Entzückend, wie die vielen hölzernen Tiere auf Rollen von den Kindern über die Bühne gezogen werden, da tummeln sich derart die Rehe und Hirsche neben den Hühnern und dem Hahn im Haus des Försters, zu diesen Tieren gesellen sich die durch Masken als Tiere kenntlich gemachten Erwachsenen wie z.B. der Hund und das Füchslein. Schattenbilder der Bäume des Waldes, Projektionen der Libellen und die Öffnung der Kinderheimmauern, die den Blick in den Wald freigeben, vervollständigen die durchwegs sehr gelungene Inszenierung.

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Adam Plachetka (Förster) inmitten der Kinderschar (© Marek Olbrzymek)

Das Publikum war begeistert von den unzähligen mitwirkenden Kindern, die ihre jeweiligen Auftritte mit großer Ernsthaftigkeit und viel Spielfreude bestritten. Viktor Dvořák a.G., der grün gekleidet das Fröschlein sang, hatte man sogleich ins Herz geschlossen. Dies galt auch ganz besonders für die Verkörperung der Titelpartie durch Adélka Plachetková, die als das junge Füchslein mit hellem Kindersopran ausnehmend gut gefiel – Gesangstalent liegt hier in der Familie als Tochter von Kateřina Kněžíková, die berückend mit schöner, lyrischer Stimme die erwachsene Füchsin sang und von Adam Plachetka, der hiermit den Gastauftritt der Familie komplettierte. Er reüssierte klangvoll und mit viel körperlichem Einsatz als Förster. Ebenfalls souverän Václava Krejčí Housková; sie überzeugte rollendeckend stimmlich wie darstellerisch als charmanter Fuchs.

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Kateřina Kněžíková (die schlaue Füchsin) und Václava Krejčí Housková (der Fuchs) treffen aufeinander (© Marek Olbrzymek)

Die vielen anderen Partien, teilweise als Doppelrolle Mensch/Tier, waren ebenfalls gut besetzt: Petr Levíček (Schulmeister/Mosquito), Jan Šťáva (Pfarrer/Dachs), Daniela Straková (Frau des Försters/Eule), Petr Karas (Gastwirt Pásek), Hana Kopřivová Šumpíková (Frau des Gastwirtes und Specht); Barbora Garzinová (gastierend als des Försters Sohn Pepik/Heuschrecke), Eva Daňhelová (des Försters Sohn Frantík/Grille), Roman Hoza (Wilderer Harašta), Andrea Široká (Hahn/Eichelhäher) sowie ebenfalls gastierend Alžběta Symerská (Hund) und Nela Karolína Sojková (Schopfhenne).    

Gesungen wurde im tschechischen Original mit tschechischen, englischen und deutschen Übertiteln.

Das ORF Radio Symphonieorchester Wien unter der umsichtigen Stabführung von Tomáš Netopil spielte die Musik Janáčeks mit viel Esprit und Feingefühl. Für alle großen und kleinen Künstlerinnen und Künstler gab es am Ende Standing Ovation und intensiven Beifall vom jubelnden Publikum, in dem auch viele Kinder dem Bühnengeschehen aufmerksam folgten, sodass eines sogar in lautes Weinen ausgebrochen war, als die Füchsin vom Wilderer erschossen wurde.

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Vom Publikum bejubelt: alle Mitwirkenden vom „Schlauen Füchslein“ (© Marek Olbrzymek)

Rund um die nachmittägliche Vorstellung vervollständigten vor Beginn eine Werkeinführung und im Anschluss dann ein Publikumsgespräch mit Kateřina Kněžíková, Adélka Plachetková und Adam Plachetka, dem Dirigenten Tomáš Netopil, dem Operndirektor und zugleich artistischem Direktor des Festivals Jiří Heřman sowie der Dramaturgin Patricie Částková das Programm. Eine sehr sehens- wie hörenswerte Aufführung im Rahmen des Jubiläums der 10. Abhaltung des Janáček Festivals.

Ira Werbowsky  

 

 

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