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BLINDENMARKT/ Herbsttage: Melodiöse Blumenmatinee mit Gärtner-Star Karl Ploberger

am 22.10. (I.R.)

24.10.2023 | Konzert/Liederabende

Melodiöse Blumenmatinee mit Gärtner-Star Karl Ploberger

Auch Komponisten garteln gerne duftend-melodiös

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Karl Ploberger. Foto: ORF

Etwas ganz Neues, durchaus Erstaunliches ereignete sich am Sonntag-Vormittag im Rahmen der Herbsttage Blindenmarkt: Anlässlich der erstmals stattfindenden Blumenmatinee stürmten mehr als 400 Garten- und Musikfreunde die Ybbsfeldhalle, in der auf wunderbar blumengeschmückter Bühne mit Rahmen aus der „Nacht in Venedig“ Karl Ploberger als Träger des Ehrentitels „Gärtner der Nation“ Platz genommen hatte, um nach freundlichem Empfang durch seine Fans gleichsam eine verbale Führung durch das Pflanzenreich und jene Melodien zu unternehmen, deren Komponisten die Schönheit und den Duft der verschiedenen Gewächse, fallweise auch die Liebesbeweise, in akustische Juwelen verwandelt hatten. Zur Verfügung standen der gebürtige Blindenmarkter Meisterpianist Bernd Leichtfried am Flügel sowie der dem Festival nahe stehende Prachttenor Clemens Kerschbaumer. Statt der verhinderten Reinet Kerschbaumer erschien, offensichtlich von ihren drei männlichen Partnern animiert, die überaus temperamentvolle Sopranistin Kerstin Grotrian. Mit diesem Aufgebot lockte Intendant Michael Garschall zu Neuem in die Ybbsfeldhalle, um Außergewöhnliches zu erleben.

Wie man dem Programm entnahm, haben Komponisten aller Stilrichtungen vom Kunstlied über Oper und Operette bis hin zu Schlagern in die Welt der Blumen stilsicher „hineingerochen“. Passte man gut auf, konnte man auch die vielfältigen Düfte erahnen, denen sich Sänger und Plobergers Texte mit Genuss widmeten.

Clemens Kerschbaumer rückte mit Ralph Arnies Tulpen aus Amsterdam an, barg Carmens Blume im Gefängnis bis zum Wiedersehen bei Lillas Pastia an seinem Herzen, freute sich mit seinen Zuhörer:innen über Schuberts Heideröslein, ebenso über Millöckers dunkelrote Rosen, führte uns zu den Gewächsen auf Alexander Steinbrechers „Wegerl im Helenental“, aber auch über Marthas „Letzte Rose“ aus Flotows Meisterwerk. Dies ganz ohne Sentimentalität ganz im Gegensatz zu Rogers und Hammersteins Gebirgspflanze „Edelweiss“ aus „Sound of Music“, wofür man, wie Ploberger erzählte, in Salzburg lohnende Besichtigungstouren unternehmen kann. Diesmal erlebte man ein Duett Grotrian/Kerschbaumer/Leichtfried am Klavier der Extraklasse!

Für Carl Zellers „Vogelhändler“ begaben sich Sopranistin und Tenor gar in die Rheinpfalz des 18. Jahrhunderts, wobei man im Duett „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ gar versucht war, Karl Ploberger, den heiter-sachlichen Moderator, schon beim Garteln zu ertappen…

Als Zugabe ertönte der beliebte Schlager „Vielen Dank für die Blumen“ von Udo Jürgens. Manche hatten möglicherweise die Übergabe der „Silbernen Rose“ aus dem „Rosenkavalier“ erwartet, dafür jedoch benötigt man einen samtenen Mezzo anstatt des Tenors. Da fiel jedoch den musikalischen Gestaltern etwas Grandioses ein: Von Strauss hörte man sein opus 36, „Das Rosenband“, dessen musikalische Gestaltung Clemens Kerschbaumer in diesem Rahmen zu einem intimen Glanzpunkt auch Nachdenklichkeit hinterließ.

Neue Ideen benötigt die Kulturbranche auch in Zukunft vermehrt. Man braucht Ausführende, die auch Unkonventionelles mit jenem Ausdruck gestalten, der beispielsweise wie diesmal auch Blumen verbalen und musikalischen Glanz verleiht.

I.R.

 

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