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BISAMBERG bei Wien/ NÖ: KONZERT "KALEIDOSKOP"

11.12.2017 | Konzert/Liederabende

BISAMBERG / Festsaal: Konzert Kaleidoskop am 10.12.2017

Es ist bereits Tradition: Die Musikfreunde Bisamberg veranstalten hochwertige Konzerte, die man in der kleinen Marktgemeinde am Rande von Wien nicht vermuten würde.

Mit der Adventveranstaltung wurde ein sympathisches Zeichen gesetzt und bewiesen, dass es – entgegen allen Unkenrufen – auch in unserer Heimat noch Familien gibt, die das gemeinsame Musizieren mit Leidenschaft pflegen.

Zwei dieser bewundernswerten Familien gestalteten das Programm dieses Abends:

Im ersten Teil hörten wir den Korneuburger Notar Wolfgang Bäuml am Klavier als souveränen Interpret und als gefühlvollen Partner für seinen Sohn Andreas, der in der Violinsonate in A-Dur op 100 von Johannes Brahms seine solistischen Fähigkeiten mit der Geige unter Beweis stellte. Andreas Bäuml spielt im Orchester der Uni-Wien und war zeitweilig im Musikmanagement (Wr.Konzerthaus und Festspiele Grafenegg) tätig.

Im nächsten Programmpunkt erlebten wir den juristischen Pianisten, der auch die informative Moderation übernahm, als einfühlsamen Begleiter für seinen jüngeren Sohn Elias, der mit warmem, angenehm klingendem Bariton fünf Lieder von Johannes Brahms vortrug. Elias Bäuml wird von KS Oskar Hillebrandt – der als Einspringer bei der Walküre-Premiere in der Wiener Staatsoper Berühmtheit erlangte – unterrichtet. Die klare, schöne Stimme trägt mühelos bis in tenorale Höhen, hat Körper und ist technisch bereits sehr gut geführt – Kompliment an Schüler und Lehrer!

Im zweiten Teil übernahm die Vollblut-Musikerfamilie Roscheck die Initiative. In der  Besetzung ihres „Ensemble Kaleidoskop“ war beim heutigen Programm nur die „Chefin“ Jaqueline Roscheck mit der Violine im Einsatz. Die in der französischen Schweiz geborene, renommierte Universitätsprofessorin für Violine führte temperamentvoll, mit ihrem charmanten Akzent durch den zweiten Abschnitt. Der Gatte Christian – Kontrabassist der Wiener Symphoniker –  und die auf hohem Niveau geigende Tochter Celine waren diesmal nur organisatorisch tätig.

Die musikalischen Darbietungen waren Wolfgang Amadeus Mozart gewidmet und wurden mit „Sechs Ländlerische Tänze KV 606“ begonnen. Den Viola-Part spielte Johannes Flieder von den Wiener Symphonikern – noch voll in den Klauen des Jetlag, er ist erst in der vorigen Nacht von der Japan-Tournee zurückgekehrt. Am Violoncello hörten wir die Amerikanerin Mara Achleitner, die auch im ORF Radiosinfonieorchester, im Volksopernorchester und im Bühnenorchester der Wiener Staatsoper tätig war und ist.

Für das „Klavierquartett g-moll KV 478“ wurde das Ensemble Kaleidoskop durch Wolfgang Bäuml ergänzt und der autodidakte Pianist zeigte sich eindrucksvoll mit den Vollprofis auf Augenhöhe – eine ausdrucksstarke, technisch hervorragende Interpretation dieses anspruchsvollen Stückes.

Die drei Bäumls erfreuten uns als Zugabe mit einem Weihnachtslied; das Ensemble Kaleidoskop beendete diesen eindrucksvollen Abend mit drei Tänzen von Franz Schubert.

Der begeisterte, lang anhaltende Applaus zeigte, dass der Geschmack des Publikums wieder voll getroffen wurde.

 

Maria und Johann Jahnas

 

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