BERLIN/Philharmonie/Musikfest: Freiburger Barockorchester, Robert Schumann
Wieder ist der große Saal der Philharmonie am 3. September rundherum voll, erwarten doch alle das Freiburger Barockorchester, und das bringt diesmal ein Stück von Robert Schumann (1810-1856) zu Gehör, genauer gesagt die Ouvertüre zu Oper Genoveva op. 81 (1847/48). „Langsam – Leidenschaftlich bewegt“, ist hinzugefügt.
Allerdings war Robert Schumann zuvor vergeblich auf der Suche nach einem passenden Sujet für eine Oper. Fündig wurde er erst, als sich ihm im Winter 1844 in Dresden die Gelegenheit zum engen Austausch mit Richard Wagner bot. Noch mehr Hilfe erhielt er dann u.a. auch von Friedrich Hebbel, und so fand er schließlich seinen Opernstoff, den er dann auch selbst dirigierte. Das aber enttäuschte das Publikum, und die „Genoveva von Brabant“ fand nicht den erhofften Applaus.
Jetzt aber sieht die Sache anders aus, denn die Leitung hat diesmal Sir Simon Rattle (geb.19. Jan.1955.), der viele Jahre in in der Deutschen Oper Berlin die Zügel zog. Der war beliebt und sorgte damals auch dafür, dass die Künstler ein besseres Gehalt bekamen und auch die Kinder das Singen lernten. Rattles letztes offizielles Konzert hier war am 24. Juni 2018 in der Waldbühne, und sicherlich hätten ihn die Berliner gerne behalten.
Stattdessen arbeitete er dann in England (Birmingham), u.a. auch in den USA und seit September 2023 in Bayern, kurz gesagt. Dennoch lässt sich Rattle oft in Berlin blicken und arbeitet nun mit Bravour neben dem Freiburger Barockorchester, das ebenfalls alle Register zieht.
„Konzert für Violine und Orchester d-Moll“ (1853) heißt nun das nächste Stück, und schnell merken sicherlich alle im Saal, dass das sogesagt das Highlight ist. Warum? Weil die wunderbare Isabelle Faust, angetan mit einem leuchtend roten Cape, ihre edle Violine so spielt wie kaum eine andere. Augen und Ohren der Leute im Saal sind ganz still vor Bewunderung, und eine Zugabe bekommen sie ebenfalls.
Nach einer kurzen Pause, bei der die Menschen auch schnell was Essen dürfen, können sich die Damen und Herren wieder der Musik widmen und machen es mit erneutem Eifer. Zu hören ist nun die reichhaltige „Sinfonie Nr. 2 C-Dur op.61 (1845/46). Und wieder wirbelt erneut und aufmerksam Sir Simon Rattle auf dem Parkett, der die Deutsche Staatsbürgerschaft angenommen hat.
Das Konzert wird übrigens vom Deutschlandfunk Kultur aufgezeichnet und am 27. September 2026 ab 20.00 Uhr gesendet.
Ursula Wiegand

