Berliner Philharmoniker mit Brett Dean Dirigent und Jennifer France Sopran
Jetzt war Staunen an der Reihe

Jennifer France und Brett Dean. Foto: Instagram
An drei Tagen, vom 10.bis zum 12.09.2026 vom füllten nun die Berliner Philharmoniker den großen Saal und überraschten so manches Publikum mit Brett Dean als Dirigent und mit Jennifer France als Sopranistin, jedoch in Kooperation mit dem Musikfest Berlin.
Für die meisten Anwesenden war das wohl etwas Neues und wahrscheinlich für junge Menschen auch eine Überraschung. Doch aufmerksam folgten wohl alle diesen besonderen Tönen.
Dennoch ist Brett Dean (geb. 1961) keineswegs ein Neuling. Als aktiver Bratscher war er zuvor schon ein Mitglied der Berliner Philharmoniker. Doch schon damals komponierte er auch. Das Ehepaar Robert und Clara Schumann interssierte ihn sehr. In sein Ensemblestück Recollection lässt er eine Romanze von Klara Schumann wie ein Intarsienarbeit ein. Und das Violinkonzert „The Lost Art of Letter Writing“ spielt mit Zitaten von Johannes Brahms und vom Ehepaar Schumann, belehrt uns ein Programmheft.
Eine ganze Reihe, genannt „Conversations with Schumann“ wird jedenfalls mit viel Fantasie in immerhin 5 Abschnitten dargeboten. Aber, so wird nun hinzugefügt, dass Brett Dean dem Robert Schumann im Spiegel der Gegenwart betrachtet. Es entsteht also ein vielschichtiges Porträt beider Komponisten, und Schumanns Selbstmordversuch ist bei Brett auch nicht vergessen, fügt das Heft hinzu.
„Beim Komponieren gehe ich meist von einem konkreten Ausgangspunkt aus, der sich allmählich zu etwas Abtrakterem entwickelt,“ fügt Brett Dean noch hinzu. Immerhin ist Brett Dean nun Composer in Residence in der Saison 2026/27 der Berliner Philharmoniker und macht einen durchaus aufrechten und lebendigen Eindruck. Jedenfalls wird das Konzert in der Digital Concert Hall übertragen und im Deutschlandfunk Kultur am 11.09.26 live ab 20 Uhr.
Doch dann ist Ophelia die Nummer 1, eine junge Frau in einem recht langen und leicht blumigen Kleid. Mit nackten Füßen steht die Britin auf dem Holzboden. Sie singt „And once I played Ophelia“ und ihre Stimme ist ständig großartig in wunderbar klar.
Jennifer France, die Britin, Koloratur bis Belcanto in Bretts Hamlet Händel, Mozart und Belcantibritische Sopranistin. „Das Schönste an zeitgenössischer Oper „, sagt sie, „ist das Gefühl, eine Figur zu erschaffen, die vorher noch niemand erschaffen hat, die vorher noch niemand gesungen hat – und direkt mit den Komponistinnen und Komponisten zu arbeiten. Jetzt in Berlin bei den Konzerten gibt Jennifer France ihr Debüt bei den Berliner Philharmonikern.
Und die legen sich ebenfalls in ihre Arbeit aber wie, und die Allerbesten sind auch angetreten.
Ursula Wiegand

