Großartiges Dirigat von Sir Antonio Pappano beim Musikfest Berlin

Sir Antonio Pappano. Foto: Fabian Schellhorn
Am 06. 09. stand standen mehrere Konzerte beim Musikfest Berlin 75 zu Wahl, Das Konzert mit der Maus, erstmalig in Berlin, das ich nicht erlebt habe. Meine Wahl war stattdessen das London Symphony Orchestra, bestens geführt von Sir Antonio Pappano, der fast immer bei solchen Ereignissen in Berlin ist.
Gerne hätte ihn die Deutsche Oper Berlin vor Jahren gewonnen. Man hätte sogar einen roten Teppich vom Airport bis zur Oper ausgerollt, um ihn für Berlin zu gewinnen, wurde gescherzt, doch dazu ist es nicht gekommen. Den Anfang machte jetzt Sofia Gibaidulina (1931-2025), die äußerte, das für sie das „Konzert für Viola und Orchester“ (1996) wie ein Gebet sei. Die Viola bediente sehr aufmerksam Eivind Ringstad und erfreute das Publikum mit einem Capriccio für Viola Solo Op.55.
Dann aber war Anton Bruckner (1824-1896) mit dem Urtext Gesamtausgabe, Herausgeber Benjamin-Gunnar Cohrs zugegen. Und das sind mit dem nun bekanntlich kräftigen Orchster ganz andere Klänge. „Feierlich, misterioso, Scherzo. Bewegt. lebhaft; Trio. Schnell“ , so begann diese Sinfonie. Und dabei wackelten fast die Wände. „Mit Adagio. Langsam; feierlich“ zeigte sich der Schluss und war auch, wie Sir Antonio Pappano später hinzufügte, auch das Ende von Bruckners Lebens. Pappano bot auch jetzt mit kräftigen und schnellen Bewegungen alles auf, was Bruckner vor seinem Tod hätte zufrieden stellen konnte. Auch der Applaus des Publikums war am Ende heftig.
Ursula Wiegand

