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BERLIN/ Musikfest Berlin 2026 endet mit Publikumsrekord sowie mit Trost und Hoffnung

24.09.2026 | Konzert/Liederabende

Musikfest Berlin 2026 endet mit Publikumsrekord sowie mit Trost und Hoffnung

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Foto: Fabian Schellhorn

Das 75. Musikfest Berlin wurde förmlich gestürmt, fast ständig war die Berliner Philharmonie total voll. 53.240 Besucher und Besucherinnen genossen 34 Veranstaltungen, die meisten in der Philharmonie, aber auch im Konzerthaus Berlin, in der Deutschen Oper Berlin und im Haus der Berliner Festspiele. Überall erlebten die Musikfans Spitzenorchester und auch mehrere Uraufführungen. Im jetzigen Jahr wurden 60 Werke von rund 40 Komponisten und Komponistinnen zu Gehör gebracht, darunter ebenfalls Uraufführungen..

Außerdem hat man 13 Konzerte zum Nachhören aufgezeichnet, z.B. in der Berliner Festspiele Mediathek.

Doch schon im Dezember 2026  gehen die ersten Konzert-Highlights in den Ticketvorverkauf. Das Gesamtprogramm wird dann im April 2027 veröffentlicht und startet am 28. August, berichtet die Berliner Festspiele Presse. 

In diesem Jahr waren auch Ensembles aus Finnland, Spanien, den USA, der Schweiz, Österreich, Südafrika, England und Japan beim Berliner Musikfest zu Gast, und als Jordi Savall erneut kam, blieb kein Stuhl leer. 

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Rias-Kammerchor. Foto: Fabian Schellhorn

Und wie endete nun am 23. September 2026 das diesjährige Berliner Musikfest? Mit dem großartigen RIAS Kammerchor Berlin, mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, mit Jennifer Johnstons schönen  Mezzosopran, mit Denis Comtet Orgel, Eamonn Dougan Choreinstudierung und dem fabelhaften und flinken Dirigenten Justin Doyle, den eigentlich alle kennen. Zu hören sind eigentlich erstaunlicherweise zwei Requieme, und beide benutzen intensiv die Orgel, aber ihr Klang ist extrem unterschiedlich. Den Anfang gestaltet Alfred Schnittke absichtlich brutal, und das ist seiner russisch-deutschen Lebensweise zuzuschreiben.

Denn geboren ist er 1934 in Engels, der Hauptstadt der damaligen Wolgadeutschen Republik. Er war der Sohn eines lettisch-jüdischen Vaters aus Frankfurt am Main und einer wolgadeutschen katholischen Mutter. Für diesen Sohn war das wohl Fluch und Segen, aber auch Bereicherung und Belastung, ist zu lesen. Er sah jüdisch aus und lebte in Russland. Später ist er katholisch geworden und dann 1990 mit Frau und Sohn nach Deutschland ausgewandert. Doch seine recht rabiate Musik zeigt sicherlich seine inneren Kämpfe, die er auch anderen, also  den Zuhörenden, aufbürdet. Immerhin gönnt er schließlich den Toten den Satz: „Gib ihnen die ewige Ruhe“. 

Diejenigen, die das alles singen, werfen jedenfalls viel an krasser Moderne in den Saal. Doch das kümmert sie vermutlich nicht, sie können das. Vor allem die Stimmen der Frauen sind zu bewundern und ebenso ist es der genaue Einsatz des Dirigenten Justin Doyle.

Doch wie anders klingt danach der Gesang des Franzosen Maurice Durufle. Nun sind gregorianische Weisen zu hören und zum Introitus aus dem Graduale Romanum wird sogleich gesungen: „Gott gebe Dir die ewige Ruhe“. Wunderbar schlicht singt das Jennifer Johnston mit ihrem schönen Mezzo. 

Nun wird auch der schlanke Justin Doyle sozusagen ein anderer, ein echt liebevoller Mensch. Die Zuhörenden lächeln und klatschen schließlich heftig. Zufrieden gehen oder fahren sie vondannen. Insgesamt war das eine große Leistung am Ende dieses Berliner Musikfestes 2026. 

Ursula Wiegand    

 

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