Antrittskonzert von Kazuki Yamada als Chefdirigent des DSO am 4.9.2026

Kazuki Yamada-Foto: Jakob Tillmann
Die Berliner Philharmonie war wieder total ausverkauft, und diesmal aus besonderem Anlaß. Denn am 4. Oktober 2026 ging es um das Antrittskonzert von Kasuki Yamada als Chefdirigend des Deutschen Symphonie-Orchesters (DSO). Rund 2 Jahre lang hatten wohl fast alle auf diese Chance gewartet und offensichtlich den „Richtigen“ gefunden, den 9. Chefdirigenten und Künstlerischen Leiter für das DSO gefunden.
Yamada ist 1979 in Kanagawa geboren und studierte an der Tokyo Universtty of the Arts. Als Konzert-, Opern- und Chordirigent hat er sich schon weltweit einen Namen gemacht, kümmert sich auch um die Jugend, lebt aber seit 2010 in Berlin und war hier bereits tätig.
Die Feier begann mit einer Rede von Maja Göpel, und danach folgte ein kurzes Stück vom Amerikaner Charles Ives. The Unanswered Question, also die nicht zu lösende Frage, war 1906/ca.1935 sein Thema, und das passt auch heutzutage. Die Künstler musizierten nun oben an verschiedenen Stellen im Saal.
Mehr Freude und Inhalt bot dann jedoch Edward Grieg mit seinem Konzert für Klavier und Orchester in a-Moll (1868).Mal Allelegro, mal Adagio wechselten sich bei der Pianistin Alice Sara Ott bestens ab, ihre Klänge glitzerten wie ihr silbriges Kleid, so wie die Augen des Publikums. Der Applaus war ebenfalls groß.
Doch nach der Pause war moderne Musik an der Reihe, und dafür sorgte Anna Clyne mit bereits mehr als 60 Kompositionen. Solowerke für Klavier, Konzerte auch für Cello, Saxophon und Klarinette hat Anna Clyne ( geb.1980) bereits dargeboten. „Anna Clyne ist eine Komponistin, die mit Bildern kreiert, unmittelbar, mystisch und lebendig, schrieb die New York Times.
In Berlin war nun Irische Musik aus ihrer Kindheit zu hören mit dem Titel „Woman of the Mountain“ von 2025. Das war hier eine Europäische Erstaufführung. War das noch zu überbieten?
Für Kazuki Yamada auf alle Fälle. Zuvor hatte er eifrig und genau mit schwingenden Armen dirigiert, doch nun explodierte er förmlich, denn jetzt war der Franzose Claude Debussy mit La Mer an der Reihe. Und der weiss auch, wie sehr Yamada diese französische oft auch wilde, stürmische und gefährliche Musik mit ihrem besonderen Duft als etwas Besonderes liebt. Debussy ließ sogar Die große Welle vor Kanagawa drucken. Ja, der versteht Yamadas Liebe für das andersartige französisch duftende Meer liebt. Da fällt er fast über alle Stränge. So soll der Japaner auch bald in Berlin über alle Stränge springen, wünscht sich sicherlich auch das DSO.

Kazuki Yamada und sein Orchester. Foto: Jakob Tillmann
Zuletzt folgte „La Mer“ vom Franzosen Claude Debussy, und nun explodierte Yamada förmlich. „Ja, ich liebe das Meer, und das riecht in Frankreich anders als in Japan, sagt er. „La mer ist ein wunderbares Werk!“ schwärmt er, und genau so glücklich war wohl das Publikum.
Ursula Wiegand

