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BASEL/ Theater/ Kleine Bühne: «Das Wort für Welt ist Wald» Uraufführung – Première:

20.09.2026 | Theater

Basel: Theater Basel, Kleine Bühne:

«Das Wort für Welt ist Wald»

Uraufführung – Première: 18.09.2026

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Wie man in den Wald hineinruft, so hallt es hinaus …

Das wäre die kürzeste Zusammenfassung des neuen Schauspiel-Spektakels am Theater Basel. Doch so kurz würde sie dem neuen Stück wohl doch nicht gerecht. Basierend auf dem bereits 1972 von Ursula K. Le Guin verfassten, damals beinahe noch visionären Sci-Fi-Roman, der teilweise auch Grundlage für die Filmserie «Avatar» war, schrieb Franz Broich den Text für dieses Stück und führte gleichzeitig auch Regie.

Grundlage der Geschichte ist eine ökokritische Position gegenüber dem uneingeschränkten Abbau natürlicher Ressourcen durch eine rücksichtslose Menschheit. Dies versucht das raffiniert einfach gestaltete Bühnenbild von Jana Furrer durch seine Schlichtheit und den Wurzelstock eines abgeholzten Baumriesen darzustellen. Auch die Kostüme von Karoline Gundermann sind einfach gehalten – sie entsprechen einem alltäglichen Outfit. Lediglich die geheimnisvollen, orangefarbenen Verhüllungen bringen etwas Farbe und Ungewöhnliches auf die Bühne. Das Stück beginnt mit einer relativ langen Sequenz, in der diese Verhüllungen mithilfe zweier Stäbe bewegt werden, die an die Antennen von Insekten erinnern. Begleitet wird dies von lauter – meinem Empfinden nach zu lauter – techno-artiger Musik, die von Vogelgezwitscher und Geklapper untermalt wird. So eindrücklich das Spektakel auf der Bühne auch war – zeitweise hatte ich den Eindruck, dass Le Guins eigentliche Botschaft zwischen Bewegungsabläufen, Lichtorgien und dröhnendem Techno-Beat beinahe unterging. Weniger wäre hier vielleicht mehr gewesen. Hervorragend und besonders erwähnenswert ist die Darstellungskunst der beiden Schauspielerinnen Maja Beckmann und Birte Schnöink, welche die oft schwierigen Dialoge mal sanft flüsternd, dann wieder vehement gestikulierend und mit vollem Körpereinsatz «rübergebracht» haben. Die klangliche Unterstützung durch Live-Musik und den DJ-artigen Einsatz der Tontechnik durch Ameli Schuster gab der Aufführung einen – im wahrsten Sinne des Wortes – lautmalerischen Rahmen. Die drei Darstellerinnen schlüpfen in die Rollen von «Träumenden», die über die Begegnung zwischen der gewaltlosen indigenen Bevölkerung von Atsche und der zerstörerischen menschlichen Kolonialisierung ihres waldbedeckten Planeten spekulieren.

Bemerkenswert – und durchaus erfreulich – war hingegen das Publikum: Ein grosser Teil dürfte zwischen 18 und 35 Jahren alt gewesen sein. Wenn es dieser Inszenierung gelingt, ein junges Publikum vermehrt ins Theater zu bringen und für Le Guins Fragen nach Ausbeutung, Gewalt und dem Verhältnis von Mensch und Natur zu interessieren, dann ist ihr dies hoch anzurechnen.

Wer nicht 27½ Lichtjahre zum Planeten Atsche, der waldbedeckten Welt der Atscheanerinnen, reisen will, dem sei dieses unterhaltsame, rund eindreiviertel Stunden dauernde Schauspiel-Spektakel empfohlen. Denn in gewissen Dialogen und Passagen kann man durchaus auch herzhaft lachen.

Und wer sich danach noch etwas in die Geschichte vertiefen möchte, dem sei das Buch «Das Wort für Welt ist Wald» empfohlen: als illustrierter Prachtband, erschienen bei der Büchergilde Gutenberg, ISBN 978-3-7632-7669-1, oder als Taschenbuch bei Heyne, ISBN 978-3-453-30378-2.

 

Fréd. Weisser

 

 

 

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