Béla Bartók: Der wunderbare Mandarin / Herzog Blaubarts Burg • Theater Basel • Vorstellung: 18.12.2022
(5. Vorstellung • Premiere am 03.12.2022)
Koproduktion mit dem Teatro Real Madrid
Die unendliche Kraft der Liebe
Ivor Bolton debütiert am Theater Basel mit Bartóks «Herzog Blaubarts Burg». Bolton hat sich zusammen mit Regisseur Christof Loy entschieden, das Werk mit einem anderen Werk Bartóks, der Ballett-Pantomime «Der wunderbare Mandarin», zu kombinieren.

Foto © Matthias Baus
Christof Loy (Inszenierung und Choreographie) legt bei seiner Arbeit das Schwergewicht auf den thematischen Zusammenhang der beiden Stücke, der unendlichen Kraft der Liebe. Und diese Kombination der beiden Stücke funktioniert ausgesprochen gut. Márton Ágh hat Loy dazu ein zurückhaltendes Einheits-Bühnenbild geschaffen, dass die Konzentration auf den Konflikt der Machtstrukturen mit der Liebe. Die damit bestens harmonierenden Kostüme kommen von Barbara Drosihn, das Lichtdesign von Tamás Bányai.
Gorka Culebras als Der Mandarin, Carla Pérez Mora als Das Mädchen, Joni Österlund, Nicky van Cleef und Jarosław Kruczek als Die drei Strolche und Nicolas Franciscus und Mário Branco als Die beiden Freier tanzen eine in ihrer Gewalttätigkeit tief beeindruckende Ballett-Pantomie und Choreographie der Auferstehung.
Evelyn Herlitzius ist als Judith mit ihren stimmlichen Präsenz und szenischen Wucht schlicht ein Ereignis. Christof Fischesser ist ihr als Blaubart ein würdiger, ebenbürtiger Partner. Den Prolog spricht jeweils Nicolas Franciscus.
Bevor der Abend beginnen konnte, gab es ein Getränk für jeden Zuschauer. Dirigent Ivor Bolton hatte sich mittags krankgemeldet. Der Ersatzdirigent war aus Deutschland unterwegs und wäre eigentlich zeitgerecht in Basel gewesen. Hätte er nicht die Bahn genommen… Mit gut 45 Minuten Verspätung konnte Roderick Shaw die Vorstellung beginnen. Das Sinfonieorchester Basel hat unter Shaws Leitung beeindruckend subtil, farbenreich und leidenschaftlich musiziert.
Empfehlung: Ein Genuss!
Weitere Aufführungen: Fr. 23.12.2022, 19:30; Mi. 28.12.2022, 19:30; Fr. 30.12.2022, 19:30;
Di. 10.01.2023, 19:30; Sa. 14.01.2023, 19:30.
18.12.2022, Jan Krobot/Zürich

