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BASEL/ Stadtcasino: “Zarathustra” – Sinfonieorchester Basel (S0B) – Christian Gerhaher (Bariton) – Markus Poschner (musikalische Leitung)

29.01.2026 | Konzert/Liederabende

Basel: Stadtcasino – “Zarathustra” – Sinfonieorchester Basel (S0B) – Christian Gerhaher (Bariton) – Markus Poschner (musikalische Leitung)

Besuchtes Konzert: 28.01.2026

Also sprach …

Hochkarätig ist auch das jüngste Konzert des Sinfonieorchesters Basel (SOB) unter der Leitung seines Chefdirigenten Markus Poschner besetzt: Der grossartige Bariton Christian Gerhaher gibt in der Stadt am Rheinknie sein Stelldichein und präsentiert sieben Orchesterlieder aus Gustav Mahlers «Des Knaben Wunderhorn (1899)»: Der Schildwache Nachtlied, Rheinlegendchen, Lied des Verfolgten im Turm, Des Antonius von Padua Fischpredigt, Das irdische Leben, Der Tamboursg’sell und Urlicht gelangen zur stimmungsvollen Aufführung.

«Sozialisiert ist Mahler romantisch, von seiner Wirkung her aber modern», lässt sich Bariton Gerhaher zitieren. Und genau diesen (vermeintlichen) Zwiespalt bringt der Sänger zusammen mit dem sehr differenziert aufspielenden SOB überzeugend zum Ausdruck. Die Stimmungen und Emotionen der Lieder werden wunderbar erfasst und beeindruckend wiedergegeben.

Die Krux (wenn es denn eine ist …) an Richard Strauss’ Tondichtung «Also sprach Zarathustra, op.30 (1896)» liegt wohl darin, dass sie oft auf den tongewaltigen «Sonnenaufgang», welcher so gerne und so oft als Eröffnungsfanfare bei Siegerehrungen an Sportveranstaltungen verwendet wird, reduziert wird. Dabei hat die Tondichtung so viel mehr zu bieten – denn das gesamte musikalische Universum von Richard Strauss kann darin erlebt werden – die Zartheit des «Rosenkavaliers», das Monumentale der «Frau ohne Schatten» sind darin genauso vertreten wie Wahnsinn, Leidenschaft und Ekstase von «Elektra» oder «Salome».

Maestro Poschner und das Sinfonieorchester Basel arbeiten die musikalische Vielfalt der Tondichtung sorgfältig heraus und liefern eine herrlich transparente, spannungsgeladene Aufführung. Was laut ist, wird ohne jegliche Übertreibung kraftvoll gespielt, was leise ist, gerät voller Zartheit. Das «Aufeinanderprallen» der musikalischen Kontraste verfehlt seine Wirkung nie.

Jubelnder Applaus für einen weit mehr als nur beeindruckenden Konzertabend!

Michael Hug

 

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