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BASEL: Jubiläumskonzert Sinfonieorchester Basel. – Jasmin Jorias (Alt) – Basler Gesangsverein – Knabenkantorei Basel – Markus Poschner (Leitung) Monumentales JubiläumMonumentales Jubiläum und 11. Juni 2026

13.06.2026 | Konzert/Liederabende

Monumentales Jubiläum

  1. und 11. Juni 2026 (beide Konzerte besucht)

basel

Monumentales Jubiläum

Gerade zwei Jubiläen feiert heuer Basels Klassik-Szene. Das Stadtcasino feiert seinen 200. Geburtstag. Im wunderschönen Konzertsaal kommt zum 150jährigen Jubiläum des Sinfonieorchesters Basel (SOB) eines der bedeutendsten sinfonischen Werke überhaupt zur Aufführung: Gustav Mahlers «Sinfonie Nr. 3 d-Moll (1896)». Mahlers monumentales Werk vereinigt alles, was die Welt heute in Bewegung hält: Die Leiden und Freuden der Menschen, welche gerade auch der Komponist mehr als einfach nur durchlebte. Mal erklingt Festliches, mal Tieftrauriges, dann volkloristisch Fröhliches, Hoffnungsvolles und dann wieder niederschmetternd Verzweifeltes. Im vierten Satz erklingt mit «O Mensch! Gib Acht!» nach Nietzsche eine eindringliche Warnung an uns alle, im fünften Satz wird mit dem «Armer Kinder Bettlerlied» der Himmel angefleht – Beten und Hoffen … – Der sechste Satz bildet dann die Erlösung – noch auf Erden.

Phänomenal-monumental Jubilierende: Das Sinfonieorchester Basel, Basler Gesangsverein (Balkon vorne links), Knabenkantorei Basel (Balkon vorne rechts), Altistin Jasmin Jorias (Podium rechts vor den Glocken sitzend), Maestro Markus Poschner (Foto: Bettina Matthiessen)

All dies bringt das Sinfonieorchester Basel unter der Leitung von Markus Poschner eindrücklich zur Aufführung. Dabei sprengt er auch die Dimensionen des Konzertpodiums: Die Solotrommel ertönt vom Balkonfoyer, das Horn im Scherzando ebenfalls, jedoch auf der gegenüberliegenden Seite bei der Orgel. Dies verleiht der Musik den zusätzlichen Touch von Natur und Lebensfreude. Die Altistin Jasmin Jorias, welche in der vergangenen Saison am Theater Basel in der «Götterdämmerung» als Waltraute weit mehr als nur begeisterte, singt im hinteren Podiumsbereich und kann so ihre schöne Stimme mit sehr guter Diktion eindringlich zum Tragen bringen. Sphärisch schön singen die Knabenkantorei Basel und der Basler Gesangsverein von den seitlichen Balkonen in den Saal – Musik vom Himmel im wahrsten Sinne des Wortes.

Das Sinfonieorchester Basel und sein Chefdirigent Markus Poschner – die beiden haben sich in jeder Beziehung gefunden – sowohl musikalisch als auch zwischenmenschlich. Und dies wird im Konzert-saal spürbar. Maestro Poschner hat mit seinem Orchester Mahlers 3. fabelhaft einstudiert und dabei die räumlichen und akustischen Möglichkeiten des Konzertsaals bestens genutzt. Mit klaren Einsätzen, grossen Bogen und kleinsten präzisen Bewegungen lässt er das SOB technisch und emotionell zur Höchstform auflaufen. Mit grossen Bewegungen lässt er das Orchester aufbrausen und laut werden – ohne dass es dabei zu effektheischenden Übertreibungen kommt; die Bogen der Bewegungen des Dirigenten geben den Musikern das Klangvolumen vor. Beinahe zerbrechlich leise geraten die feinen Piani – tief meditativ der vierte Satz – das Publikum wagt kaum zu atmen, so spannend und aufregend ist die Darbietung!

Am Schluss beider Abende dürfen die überglücklichen Aufführenden die hochverdiente jubelnde Standing Ovation der Zuhörenden im ausverkauften Musiksaal entgegennehmen.

 

Michael Hug

 

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