Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

BASEL/ Baseldytschi Bihni: Pam Valentine: „DOO WOONE MIIR“

08.11.2019 | Theater

Basel, Baseldytschi Bihni: Pam Valentine: „Doo woone miir“ – Pr. 7.11.2019


Michael Hug, Sabine Mack, Philipp Borghesi, Cheyenne Bättig.

Das junge Paar Felicitas und Samuel kann sein Glück kaum fassen, als es das Häuschen im schönsten Viertel von Basel ziemlich billig mieten kann. Umso mehr, als der angehende Autor Samuel ein glühender Verehrer des verstorbenen ehemaligen Besitzers, des Schriftstellers Edi Suter ist.

Blöd nur, dass Edi und seine Frau Theres zwar verstorben, aber noch lange nicht ausgezogen sind…

Sabine Mack und Michael Hug spielen das langverheiratete Paar mit hinreissend eingespielten Kabbeleien, denen das Dahinscheiden lediglich eine weitere Dimension hinzugefügt hat. Schön zu sehen, dass der Tod eine Ehe auch beleben kann.

Das junge Paar, gespielt von Philipp Borghesi und Cheyenne Bättig, ist da noch weniger harmonisch, deswegen aber umso glaubhafter. Schreiend komisch und glänzend gespielt sind dann aber vor allem die Szenen, in denen Samuel zur willenlosen Marionette von Theres‘ Einflüsterungen wird.

Die Ankunft des „Drachens von Bättwil“ in Gestalt von Samuels verhasster Schwiegermutter (herrlich giftig und erschreckend realistisch verkörpert von Silvia Gallachhi) tut sein Übriges für die spukbedingt bereits sehr angeschlagenen Nerven des angehenden Vaters, da sind der betrunkene Makler und sich bewegende Gegenstände noch die kleineren Übel.

Ob nun die verhexte Schwiegermutter lüstern über den hilflosen Makler (Andreas Ruprecht) herfällt, Edi ob dem Plot von Samuels Buch verzweifelt oder Theres und der stets genervte Schutzengel (Karin Kolb) Mode diskutieren, Regisseur Tom Müller hat mit seiner temporeichen und witzigen Inszenierung dafür gesorgt, dass die Lacher der mit Herzblut aufspielenden Laienschauspieltruppe der Baseldytschen Bihni sicher sind.

Allerdings wird gar mancher Zuschauer nun heimlich damit liebäugeln, seinen ruhigen Platz im Himmel gegen eine zweite Runde auf der herrlich chaotischen Erde einzutauschen.

Für Basler und solche, die es werden wollen, im Diesseits oder Jenseits, ein Muss.

Alice Matheson

 

Diese Seite drucken