BADEN/ Stadttheater
TOOTSIE
Musik und Gesangstexte von David Yazbek, Buch von Robert Horn
Basierend auf der Geschichte von Don McGuire und Larry Gelbart und dem Columbia Pictures Film, produziert von Punch Productions, mit Dustin Hoffman in der Hauptrolle
Deutsch von Roman Hinze
24.07.2026 Premiere, 15 Vorstellungen bis zur Finissage am 29.08.2026
Die erfolgreiche Sommersaison in Baden neigt sich ihrem Ende zu und bietet am 29. August noch einmal TOOTSIE vor vollem Haus

Simon Stockinger als Dorothy Michaels – gefeiert vom Ensemble
© Lalo Jodlbauer/Bühne Baden
Der Inhalt
Der Schauspieler Michael Dorsey hat Probleme, sich einem Regisseur unterzuordnen, und wird daher schon bei Castings abgelehnt. Er findet einen Ausweg. Michael wechselt für die Bühne sein Geschlecht und wird als „Dorothy Michaels“ für die Rolle der Amme in „Romeo und Julia“ engagiert. Mit ihren Ideen überzeugt Dorothy sowohl die Produzentin als auch ihre Kolleginnen und Kollegen auf der Bühne. Shakespeares „Romeo und Julia“ wird zu „Julias wahre Amme“ und ein Riesenerfolg! Dieser Erfolg hat aber einen hohen Preis. Der Wechsel zwischen der Rolle der Dorothy und dem „echten“ Michael bewirkt nicht nur im Protagonisten ein Gefühlswirrwarr, sondern auch bei Freund und Feind. Das gefährliche Spiel kulminiert beim Schlussapplaus von „Julias wahre Amme“. Dorothy outet sich als Michael. Der Skandal ist perfekt.
Michaels WG-Freund, der Autor Jeff Slater, hat alles beobachtet und mitgeschrieben. Er widmet sein neues Stück „Tootsie“ Michael / Dorothy.
Die Umsetzung
Simon Stockinger überzeugt in der Rolle der gouvernantenhaften Dorothy mehr als in der Rolle des besserwissenden und liebeswerbenden Michael. Die optische Verwandlung von Mann zu Frau und retour schafft er überzeugender als die stimmliche, wobei er fallweise mit Kopfstimme singt. Die beste Gesangsleistung bietet Clara Mills-Karzel als Julie Nichols / Julia. Die besten schauspielerischen Leistungen des Abends bieten Sebastian Brummer als Autor Jeff Slater und Missy May als hysterische Sandy Lester. Eine Klasse für sich sind das Tanzensemble (Leitung: Francesc Abós) sowie Chor und Orchester der Bühne Baden unter der musikalischen Leitung von Victor Petrov. Michael Heidinger verantwortet das gelungene Lichtdesign, Felix Seiler die Regie.
Das Publikum ist überaus applausfreudig. Einige Damen im Saal fallen durch lautes Lachen vor den Pointen unangenehm auf.
Fazit
Das Spiel zwischen Sein und Schein ist gefährlich.
Elisabeth Dietrich-Schulz

