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BADEN bei Wien: MASKE IN BLAU von Fred Raymond

05.02.2018 | Operette/Musical

Bildergebnis für baden maske in blau

Copyright: Christian Husar

STADTTHEATER BADEN: MASKE IN BLAU von Fred Raymond

 am 3.2.2018

 

 DIe Älteren unter uns erinnern sich sicher noch an den Farbfilm MASKE IN BLAU (1953), in dem Marika Rökk als „Juliska, die Juliska aus Buda-Budapest“ völlig entfesselt („Ja, das Temp’rament, ja das Temp’rament, das liegt mir so im Blut“) über die Leinwand wirbelte.

In verdienstvoller Weise hat nun Michael Lakner, der neue Intendant der Bühne Baden, seinen Nachfolger in Bad Ischl, Thomas Enzinger, damit beauftragt die (sich vom Film erheblich unterscheidende) Originalversion der 1937 am Berliner Metropoltheater uraufgeführten Revue-Operette wiederzuinszenieren.

Um es kurz zu machen: die Produktion ist ein totaler Hit.

Ein Ohrwurm jagt den nächsten (außer den bereits erwähnten auch noch „Schau einer schönen Frau nicht zu tief in die Augen“, „Am Rio Negro“, „Maske in Blau“ etc.)

Enzinger hat ein exzellentes, keinerlei Schwachstellen aufweisendes, homogenes und hervorragend gecastetes Ensemble zusammengestellt.

Die Dialoge sind witzig, die Songs kommen wortdeutlichst über die Rampe, und alle Damen und Herren können nicht nur singen und schauspielen, sondern auch noch hinreißend stepptanzen (Choreographie: Uli Scherbel) ! Dabei natürlich unterstützt vom wie immer einsatzfreudigen, makellosen und über die Maßen attraktiven Ballett des Hauses.

Aus dem tief liegenden Orchestergraben swingt, jazzt und fetzt es unter der Leitung von Oliver Ostermann, dass es nur so eine Freude ist.

Die Mitwirkenden müsste man eigentlich alle erwähnen: Jewgenij Taruntsov als eitlen Maler Armando Cellini, Maya Boog als mysteriöse argentinische Plantagenbesitzerin (die „Maske in Blau“), Jens Janke als süffisanten Conférencier, Caroline Frank als Juliska mit dem Herz aus Paprika, die Gewalttäter auch schon mal mit einer Salamistange eliminiert, Uli Scherbel als ihr verfallener Kellner Josef, Stephan Paryla-Raky als holzschnittartiger, düsterer Bösewicht Don Pedro und Uschi Plautz als südamerikanische Naturgewalt Gonzaga.

Allen zusammen gelingt es sogar, die Badener Abonnenten, die ja in der Regel das Pensionsalter bereits weit überschritten haben, dazu zu bewegen, gelegentlich mitzuklatschen und sogar mitzusingen. Eine reife Meisterleistung, eine rundum gelungene Produktion.

Hingehen ! Anschauen !! Läuft noch bis 18. März…

 Robert Quitta, Baden