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BAD WILDBAD/ Belcanto Opera Festival: ROMILDA E CONSTANZA von Giacomo Meyerbeer. Konzertant

27.07.2019 | Oper

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Belcanto Opera Festival in Bad Wildbad: „Romilda e Costanza“ von Giacomo Meyerbeer (konzertant: 26. 7. 2019)

Immer wieder wartet das Belcanto Opera Festival in Bad Wildbad im Schwarzwald mit sehenswerten Ausgrabungen auf. In diesem Jahr waren es zwei Opern von Zeitgenossen Rossinis: „Romilda e Costanza“ von Giacomo Meyerbeer und „I tre gobbi“  („Die drei Buckligen“) von Manuel Garcia, die das Festival bereicherten und das Publikum begeisterten.

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Giacomo Meyerbeer

Meyerbeers erste italienische Oper „Romilda e Costanza“, die ganz unter dem Eindruck von Rossinis Erfolge entstand, sollte im Jahr 1817 in Venedig uraufgeführt werden, fand dann aber den Weg nach Padua. Diese Semiseria (Libretto: Gaetano Rossi) handelt von zwei Frauen – Romilda, Tochter des Herzogs von Bretagne, und Costanza, Tochter des Grafen von Sisteron, die beide denselben Mann lieben: Teobaldo, den gegen die Bretonen siegreichen Feldherrn, der zum Fürsten der Provence auserkoren ist. Nach großen politischen Turbulenzen und einem schwelenden Bruderzwist zwischen Teobaldo und seinem Zwillingsbruder Retello, der Teobaldo in den Kerker werfen lässt, kommt es schließlich doch zu einem Happyend. Teobaldo, der seinem Bruder großmütig verzeiht, und Romilda sind glücklich vereint, während sich Costanza in ihr Schicksal fügt. Vergessen breitet sich über die düsteren Geschehnisse und Heiterkeit kehrt ein.

Am Pult der konzertanten Aufführung stand Luciano Acocella, der das polnische Orchester Passionart Orchestra Krakow  (Leitung: Janusz Wierzgacz) mit auffallender Präzision dirigierte. Dass Meyerbeers Musik immer wieder nach Rossini klang, konnte keineswegs überraschen. Dem Großteil des Publikums in der Trinkhalle von Bad Wildbad gefielen die klangvollen Töne und auch das gut ausgewählte Sängerensemble, das des Öfteren mit großem Applaus nach jeder Arie bedacht wurde.

Allen voran der aus dem Kongo stammende französische Tenor Patrick Kabongo als Teobaldo, der nach seiner großen Arie im ersten Akt mit Recht mit vielen Bravorufen gefeiert wurde, schaffte er doch mühelos alle Höhen. Seinen Zwillingsbruder Retello gab der spanische Bassbariton Javier Povedano mit markanter Stimme und finsterer Mimik. Großartig gestaltete die italienische Mezzosopranistin Chiara Brunello die Rolle der Romilda, die mit großem Temperament und Leidenschaft in der Stimme, aber auch in Mimik und Gestik den Kampf um Teobaldo gewinnt. Ihr ein wenig unterlegen wirkte die rumänische Sopranistin Luiza Fatyol als Costanza. Exzellent gesungen war das Duett der beiden Rivalinnen im zweiten Akt (E tanto dunque).

Costanzas Vater Lotario wurde vom jungen kolumbianischen Tenor César Cortés gegeben, der ein Stipendiat der Akademie BelCanto ist. Ebenso wie die französisch-niederländische Mezzosopranistin Claire Gascoin, die als Annina, der Nichte des Burgherrn Albertone, eine blendende Figur abgab. Albertone wurde vom mexikanischen Bariton Emmanuel Franco sehr ausdrucksstark gesungen.

In zwei kleineren Rollen standen noch der italienische Bariton Giulio Mastrototaro als Pierotto, Ziehbruder von Teobaldo, und der aus Moskau gebürtige Bass Timophey Pavlenko als Teobaldos Knappe Ugo auf der Bühne. Beide füllten stimmlich ihre Rollen exzellent aus.

Stimmkräftig der Männerchor Gorecki Chamber Choir (Leitung: Marcin  Wróbel), der als Volk, Knappen, Pagen und Bauern, aber auch als Ritter und Adelige zu singen hatte.

Am Schluss der konzertanten Aufführung rauschte starker Applaus, begleitet von vielen Bravorufen des begeisterten Publikums durch die Trinkhalle im Kurpark von Bad Wildbad.

 Udo Pacolt

 

 

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