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BAD HALL: EVITA. Wie in einer Kurstadt ein Mehrspartentheater entsteht Der wunderbare Aufstieg zu einer Bühnenmetropole in Bad Hall seit 2018

01.11.2026 | Operette/Musical/Show

Wie in einer Kurstadt ein Mehrspartentheater entsteht

Der wunderbare Aufstieg zu einer Bühnenmetropole in Bad Hall seit 2018

Musical 2026 Evita - Stadttheater Bad Hall

Wer am Stadttheater in Bad Hall vorbeigeht, findet gestürmte Tore vor dem Eingang. Denn an diesem Abend steht das Musical „Evita“ auf dem Programm, das seit der überaus gelungenen Premiere am 10. Oktober 2026 von der Bevölkerung im weiten Umkreis in aller Munde ist. Es hat sich nämlich längst herumgesprochen, dass es sich um eine Vorstellung handelt, die mit dem Prädikat „einzigartig“ zu bezeichnen ist. Wir sahen die elfte Aufführung und wurden über vier Zusatzvorstellungen informiert, sodass erst mit insgesamt 15 Abenden die „Evita“-Reihe beendet sein wird. “Evita“ von Andrew Lloyd Webber, eines der schwierigsten Musicalstücke, erlebte also einen Bombenerfolg, von dem manche Bühnen nur träumen können. Man fragt sich schon, wie dieses sensationelle Ereignis auf der Bad Haller Bühne gelingt. Begonnen hat dies damit, dass die Bruckner Universität Linz mit ihren Fachabteilungen über genug musikfähige Talente verfügt. Unter der Generalintendanz von Thomas Kerbl werden Mehrsparten-Programme erarbeitet mit Künstlern, die am Ende ihrer Ausbildung stehen und als Starthilfe für Engagements nach Bad Hall weitergereicht werden. Davon profitierten bereits so manche Namen, die inzwischen an berühmten Bühnen Platz gefunden haben. Wer in Kerbls Hände gerät, hat dieses Glück und kann ein verlässliches, qualitativ gesichertes Berufsleben in der Musik einschlagen. Auch seine Gattin, Susanne Kerbl, Leiterin der Musicalschule in Puchenau, setzt die familientreue Verbindung zur Bühne fort und ist eine mit Herz und Seele erfahrene Pädagogin für Stimme, Spiel und Tanz, was sich auf der jetzt laufenden Musicalbühne für „Evita“ bewundernswert bestätigt. Ihre Inszenierung strahlt von klugen Einfällen, Stilgeschmack, traurigen und glitzernden Showbildern und betont mit viel Gefühl die tiefgründige Deutung des Werkinhalts und der Sprache. Insgesamt entsteht der Eindruck einer Idealbesetzung aller Rollen, angeführt von dem charmanten Titelstar Anetta Szabo, deren omnipotente Präsenz in allen Bildern den Schauplatz belebt. Geliebt und gehasst, spielt sie wahrhaftig die nicht leichte Rolle der aufsteigenden Figur vom Straßenmädchen zur politischen Präsidentengattin. Susanne Kerbl selbst verkörperte früher oftmals diese Rolle an anderen Theatern und trifft daher mit jeder Geste genau ins Schwarze. Wie sinnvoll beginnt schon die Aufführung mit dem Sarg der toten Evita auf der Bühne als Symbol für ihre Unsterblichkeit und endet mit der körperlich gebrechlichen Frau Argentiniens, auf dem Rollstuhl auf die Bühne geschoben. Wie die Geschichte weiß, starb sie mit erst 33 Jahren. Ein Mythos ohne Ablaufdatum. Er könnte genau die Theaterproduktionen in Bad Hall betreffen. Dort ist für die Fachverteilung und die Verantwortung von Oper, Operette und Musical vorgesorgt. Thomas Kerbl verspricht für 2028 jetzt schon die Einstudierung von Mozarts „Don Giovanni“. Karten für „Eine Nacht in Venedig“ (Juli 2027) und Susanne Kerbls amüsante „Rocky Horror Show“ (Herbst 2027) auf der Stadttheaterbühne werden bereits angeboten. Es empfiehlt sich, frühzeitig Eintrittskarten zu besorgen. Denn in der Bühnenmetropole Bad Hall gehen Engagement, Können und Leidenschaft Hand in Hand. Der gute Teamgeist ist überall zu spüren. Man scheint dort den Erfolg gepachtet zu haben.

Georgina Szelles

 

 

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