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AUGSBURG/ Rotes Tor: TURANDOT. Neuinszenierung

28.07.2024 | Oper international

AUGSBURG/Rotes Tor: TURANDOT Neuinszenierung am 18. Juli 2024

 Tradition mit Qualität

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Copyright: Jan-Pieter Fuhr

 Im Rahmen seiner sommerlichen Open Air-Aufführungen am Augsburger Roten Tor brachte das Staatstheater Augsburg dieses Jahr mit der „Turandot“ von Giacomo Puccini wieder eine Oper heraus. Und das mit großem Erfolg! Fast alle Aufführungen waren ausverkauft und kamen beim Augsburger Publikum bestens an. Intendant und Regisseur André Bücker legte mit dramaturgischer Unterstützung von Sophie Walz im weiten Rund der Freilichtbühne mit mehreren Spielebenen im Bühnenbild von Karel Spanhak und im Licht von Marco Vitale eine klassische chinesische Kultelemente ansprechende veristische Inszenierung an. Sie hob aber durch vornehmlich dunkle, aber auch sehr vielseitige Kostüme von Aleksandra Kica und weiß getünchte Masken die Grausamkeit der Geschehnisse am Hofe Turandots eindrucksvoll hervor. Die Personenregie war nicht nur phantasievoll, sondern auch fein auf die jeweiligen Figuren und Situationen in Harmonie mit der Musik Puccinis abgestimmt.

Sally du Randt sang eine ausdrucksstarke und attraktive Turandot mit hellem Sopran, der auch zu einigen Facettierungen imstande ist. Xavier Moreno als Gast gab den Calaf als kraftvollen Spinto-Tenor mit guter Ausstrahlung. Einmal mehr begeisterte Jihyun Cecilia Lee mit ihrem klangvollen lyrisch-dramatischen Sopran als Liù und ebenso einnehmendem Spiel. Avtandil Kaspeli gab den Timur mit charaktervollem Bass. Wiard Witholt als Ping, Claudio Zazarro als Pang und Roman Poboinyi als Pong gaben starke Charakterstudien der drei Minister mit guten Simmen und lebhaftem Spiel. Oliver Scherer war ein respektgebietender Kaiser Altoum. László Papp sang einen bizarr geschminkten Mandarin. Der hier immer wieder beängstigend blutrünstig als Muskelprotz auftretende Henker Pu-Tin-Pao war Luca Nenning von der Statisterie des Staatstheaters Augsburg.

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Copyright: Jan-Pieter Fuhr

GMD Domonkos Héja dirigierte die Augsburger Philharmoniker in einem Seitenbau mit – bisweilen zu großer – Verstärkung, aber viel Verve und Verständnis für die schillernde Partitur des großen italienischen Meisters. Der von Katsiaryna Ihnatsyeva-Cadek einstudierte Opern- und Extrachor des Staatstheaters Augsburg sang erstklassig und wurde auf der weiten Bühne auch sehr gut choreografiert. Das Publikum war begeistert!                                                                                                                                        

 Klaus Billand

 

 

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