Olympia – Städtisches Musiktheater „Maria Callas“, Athen
Sinfonieorchester der Stadt Athen: Viva España!
Besuchtes Konzert am 10. Februar 2024
Spanische Impressionen
Die Konzertprogramme im Olympia-Theater folgen gerne Länderschwerpunkten und orientieren sich dabei bevorzugt an vokalem Repertoire. Nun widmete sich unter dem Titel „Viva España!“ ein erster Abend dieser Spielzeit der Musik Spaniens. Sinnigerweise, das Olympia versteht sich ja als Musiktheater, kamen dabei im ersten Teil kurze Auszüge aus dem spanischen Operettenrepertoire zur Darbietung, populäre Zarzuela-Stücke. Die Arien boten die willkommene Gelegenheit, ein Genre kennenzulernen, das ausserhalb Spaniens nicht allzu häufig zu erleben ist.
Für den ersten Teil des Konzerts stand Pablo Gálvez als Solist zur Verfügung. Der Bariton ist insbesondere in Italien bereits in zahlreichen Rollen des italienischen Repertoires aufgetreten und weist auch eine längere Zarzuela-Erfahrung auf. Seine Stimme ist nicht allzu gross, gefällt aber mit gutem Fokus. Er wurde nicht als indisponiert angekündigt, die rauen Töne in der hohen Lage könnten aber einer Erkältung geschuldet gewesen sein. Grundsätzlich wurde er den Zarzuela-Arien mehr als gerecht. Die Werke von Francisco Alonso, Pablo Sorozábal, Federico Moreno Torroba und José Serrano boten einschmeichelnde Melodien und spanisches Flair. Was man hörte klang hübsch, war aber doch etwas simpel gestrickt. Das Sinfonieorchester der Stadt Athen unter der Leitung von Andreas Tselikas begleitete den Sänger sicher, blieb im Klangbild aber etwas hölzern.
Nach der Pause erklang Orchestermusik. Zunächst präsentierten Tselikas und das Orchester Ausschnitte aus Manuel de Fallas Ballettsuite „El Amor Brujo“, dann boten sie Nikolai Rimski-Korsakows „Capriccio espagnol“, opus 34 dar. Das Dirigat zeigte wohl einen Sinn für die Rhythmik der Kompositionen, das Orchester liess es aber an Klangfarben und Präzision mangeln. Darüber hinaus war die Leistung der Streicher – inklusive Solo-Geige – nicht wirklich zufriedenstellend. Die Musik erreichte aber gleichwohl das Publikum im gut gefüllten Olympia-Theater und sorgte für gute Stimmung.
Am Schluss gab es freundlichen, anhaltenden Beifall für das Orchester und den Dirigenten.
Ingo Starz (Athen)

