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ATHEN: Megaron – The Athens Concert Hall  Renaud Capuçon & Guillaume Bellom: Sonaten für Violine und Klavier 

12.02.2024 | Konzert/Liederabende

ATHEN: Megaron – The Athens Concert Hall 

Renaud Capuçon & Guillaume Bellom: Sonaten für Violine und Klavier 

Besuchtes Konzert am 11. Februar 2024

Es bedarf schon grosser Namen, um den Athener Konzertsaal für ein Kammermusikprogramm einigermassen zu füllen. Mit dem Geiger Renaud Capuçon und dem Pianisten Guillaume Bellom waren nun zwei Könner angekündigt, die noch dazu ein sehr interessantes Programm mitbrachten. Zur Darbietung kamen bedeutende Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven und Richard Strauss. Das Publikum war ruhig wie selten und durfte einem ausserordentlichen Konzertereignis beiwohnen. Das deutsche Repertoire erklang in schönster farblicher Pracht. 

Der Abend begang mit Mozarts Sonate für Violine und Klavier Nr. 21 in e-Moll, KV. 304. Es ist die einzige Sonate, die der Komponist in einer Molltonart schuf. Die Würde und Schwere, welche die Musik dadurch gewinnt, wurde von den beiden Musikern mit grossem emotionalen Ausdruck und sanglichem Duktus vorgetragen. Capuçons Phrasierungskunst war dabei ausserordentlich. In der anschliessenden Sonate Nr. 5 in F-Dur, op. 24 von Ludwig van Beethoven gewann das Zusammenspiel der Musiker noch an Fahrt. Seinem sinfonischen Denken folgend hat Beethoven das Werk viersätzig angelegt. Insbesondere das Scherzo des dritten Satzes, wo der Komponist das Zusammenspiel der Instrumente in karikierender Weise klappern lässt, demonstrierte die innige Übereinkunft von Capuçon und Bellom. Hier wie auch im folgenden Schlusssatz konnte man das klang- und farbenreiche Zusammenspiel der Beiden bewundern, aber auch ihren strukturellen Gestaltungssinn. Die Begeisterung des Publikums war schon zur Pause gross.

Den zweiten Teil des Abends nahm Richard Strauss‘ Sonate für Violine und Klavier in Es-Dur, op. 18 ein. Es ist das ausserordentliche Werk eines jungen Komponisten. Der Musikwissenschaftler Fritz Schuh sah in der Sonate bereits das spätere sinfonische Werk von Strauss angedeutet: „In der Freiheit der chromatischen Modulationen und der zuweilen orchestralen Attitüde distanziert sich die Violinsonate von den vorausgegangenen Kammermusikwerken. Sie weist eher auf Kommendes voraus – das Hauptthema des Finale sogar direkt auf den stürmischen Beginn des ‚Don Juan‘.“ Dem ungeheuren Spiel der Klangfarben, welches Strauss angelegt hat, wurden die beiden Franzosen auf das Beste gerecht – sei es in den tänzerischen Rhythmen des ersten oder dritten Satzes oder im Liedhaften des langsamen Satzes. Die Virtuosität des Finales wird unter den Händen von Capuçon und Bellom zum grossartigen klanglichen, geradezu eruptiven Erlebnis. Der von Fritz Schuh beschriebene Aufbruch des Schlusssatzes wurde musikalische Realität. 

Die grosse Begeisterung des Publikums wurde mit zwei Zugaben belohnt. Ein grosser Kammermusikabend im Athener Megaron. 

Ingo Starz (Athen)

 

 

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