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ATHEN/ Megaron/ The Athens Concert hall: RECITAL VICTORIA MULLOVA & ALASDAIR BEATSON

27.10.2022 | Konzert/Liederabende

Megaron – The Athens Concert Hall 

Recital Victoria Mullova & Alasdair Beatson 

Besuchtes Konzert am 26. Oktober 2022

Kunst des musikalischen Dialogs

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Viktoria Mullova.

Die Konzertprogramm im Athener Megaro Mousikis lässt bis Jahresende zwar grosse Orchester vermissen – immerhin kommt Ende November das Chamber Orchestra of Europe -, es bietet aber einige namhafte Solisten auf. Für einen Duo-Abend kamen nun Viktoria Mullova und Alasdair Beatson nach Athen. Das Konzertprogramm verband in kluger Weise Wiener Klassik und Moderne. Trotz der attraktiven Musikauswahl war der grosse Saal des Konzerthauses leider nicht einmal zur Hälfte besetzt. Dies mag sich durch die Nachwirkungen der Pandemie erklären, war aber angesichts der hohen musikalischen Qualität des Dargebotenen durchaus zu bedauern.

Im ersten Teil des Programms brachten die Geigerin und der Pianist zwei Sonaten von Ludwig van Beethoven zu Gehör: Die Sonate für Violine und Klavier Nr. 4, a-moll, Opus 23 wurde gefolgt von der Sonate Nr. 7, c-moll, Opus 30/Nr. 2. Diese beiden Werke gestatten einen interessanten Blick auf eine entscheidende Phase der Gattungsentwicklung. Die Zuhörer konnten ganz ohne didaktischen Zeigefinger erleben und hören, wie sich die Violine emanzipierte und zur gleichberechtigten Partnerin des Klaviers wurde. Eine kluge Zusammenstellung zweier bedeutender Sonaten. Mullova und Beatson boten die Stücke mit Verve und grossem agogischen Ausdruck vor. Die Stimmen der Instrumente verbanden sich auf das Beste und insbesondere die langsamen Sätze gerieten zu eindrücklichen Höhepunkten des Zusammenspiels.

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Alasdair Beatson

Nach der Pause widmeten sich Mullova und Beatson zunächst zwei Werken der Moderne. Tōru Takemitsu’s „Distance de fée“ gehört zu dessen Frühwerk. Es entfaltet eine von französischen Einflüssen geprägte Klanglichkeit, die von den Interpreten hervorragend dargeboten wurde. Arvo Pärt’s „Fratres“ existiert in verschiedenen Fassungen, so etwa instrumentiert für Streichquartett oder Kammerorchester. Die Besetzung mit Violine und Klavier brachte an diesem Abend die Bemerkung des Komponisten, dass das Stück den Kampf zwischen Augenblick und Ewigkeit in unserem Inneren darstelle, zu intensivem musikalischen Ausdruck. Das Programm wurde beschlossen mit Franz Schubert. Sein Rondo in b-moll, D. 895 sorgte, wenn man so sagen darf, für den tänzerischen Auskehrschwung. Mullova und Beatson überzeugten hier wie zuvor mit wunderbarem Zusammenspiel. 

Das Publikum spendete anhaltenden, mit Bravorufen durchsetzten Beifall, welcher mit einer Zugabe (Beethoven) belohnt wurde.

Ingo Starz (Athen)

 

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