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ATHEN/ Megaron – The Athens Concert Hall : DER MESSIAS von Georg Friedrich Händel

17.12.2022 | Konzert/Liederabende

 

Megaron – The Athens Concert Hall 

Georg Friedrich Händel: Der Messias 

Besuchtes Konzert am 16. Dezember 2022

Im Athener Konzerthaus beherrscht wie anderswo auch festliche Musik das Programm im Dezember. Das Staatsorchester präsentierte als Beitrag zum bevorstehenden Weihnachtsfest ein Hauptwerk der Barockmusik, Georg Friedrich Händel’s Oratorium „Der Messias“. Das Publikum wusste dies zu schätzen und strömte in Scharen in den Konzertsaal. Zwei lokale Chöre wirkten für den „Messias“ mit dem Staatsorchester zusammen: der ERT Radio Chor und der Chor der Stadt Athen. Für die musikalische Leitung des Abends hatte man einen Gast aus Grossbritannien ans Pult geholt. Christian Curnyn ist ein ausgewiesener Kenner des Barockrepertoires und Gründer der Early Opera Company. Curnyns Expertise weckte Erwartungen.
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Christian Curnyn

Ohne Zweifel gelang es dem Dirigenten alle Beteiligten zu einem Ganzen zusammenzubringen. Curnyn hielt die Fäden des musikalischen Geschehens gekonnt zusammen, nur einmal, bei einer Arie der Mezzosopranistin, gab es Unstimmigkeiten im Tempo. Das Orchester wusste er zu engagiertem Spiel, das einen homogenen, ruhig dahinfliessenden Klang erzeugte, zu animieren.  Die beiden beteiligten Chöre sind keine Topensembles und stiessen hörbar an gewisse Grenzen. Die Männerstimmen blieben desöfteren etwas unterbelichtet, die Intonation und die Flexibilität des Gesangs liess Wünsche offen. Gleichwohl schaffte es Curnyn, das Beste aus den Kollektiven herauszuholen. Was dabei leider auf der Strecke blieb, war eine ausgefeilte Interpretation. Die Klangrede dieser Aufführung wies nur wenige starke Momente auf – der Chor „Since by man came death“ im dritten Teil war einer davon. Das berühmte „Hallelujah“ blieb dagegen eher blass.

Die vier Solisten des Abends machten ihre Sache ganz gut. Die Mezzosopranistin Chrysanthi Spitadi hatte zwar Mühe mit der tiefen Lage, überzeugte jedoch mit flexiblem, klangschönem Singen. Der Stimme der Sopranistin Nina Koufochristou war gut geführt. Etwas mehr Leuchtkraft in der Höhe wäre freilich wünschenswert gewesen. Der Tenor Alexandros Tsilogiannis überzeugte mit Strahlkraft und Wohlklang der Stimme. Dem Bassisten Simon Robinson hätte man bisweilen etwas mehr stimmliches Volumen gewünscht, geführt war sein Bass aber tadellos. Die Solisten trugen zu einer sehr soliden Aufführung des „Messias“ bei.

Das Publikum dankte am Schluss allen Beteiligten mit herzlichem Applaus. 

Ingo Starz

 

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