Literarische Gesellschaft Parnassos
Athens Classical Players
Besuchtes Konzert am 8. Januar 2024
Zwischen Romantik und Atonalität
Die aufsteigende Qualitätskurve des Athener Staatsorchesters schlägt sich auch in den Programmen nieder, welche Kammermusik-Formationen des Klangkörpers zur Aufführung bringen. Und intimere Konzerterlebnisse bieten dem Publikum die Möglichkeit, einzelne Musiker oder Instrumentengruppen besser kennenzulernen. Ausserdem bereichern solche Konzerte auch die Programmvielfalt. Nun waren die Athens Classical Players im akustisch günstigen Saal der Literarischen Gesellschaft Parnassos zu erleben. Die Formation trat mit elf Musikerinnen und Musikern an.
Der Abend begann mit Leoš Janáčeks „Idyla“ für Streicher. Das siebensätzige Werk bot schöne Möglichkeiten, die Qualitäten der Spieler kennenzulernen. Modernität und romantischer Nachhall finden sich in Janáčeks Musik charaktervoll zusammen. Von besondererem Interesse war das nachfolgende Werk von Nikos Skalkottas, der in den zwanziger Jahren nach Berlin ging und Schüler Arnold Schönbergs wurde. In Skalkottas‘ zehn Skizzen, zunächst für Streichquartett, dann für Streicher eingerichtet, wird die Prägung durch den Lehrer deutlich hörbar. Die expressiven, kurzen Stücke schliessen atonale Momente mitein, klingen aber auch sehr eigen. Die Palette an Klangfarben ist beachtlich, der Vortrag durch das Athener Ensemble war sehr gelungen. Nach der Pause ging es mit Antonín Dvořaks Serenade für Streicher in E-Dur, op. 22 zurück in die Spätromantik. Die melodiöse Klangwelt des Komponisten wurde von den Streichern des Athener Staatsorchesters mit Leidenschaft zum Leben erweckt. Es war in der Tat ein Konzert, das Lust auf mehr machte.
Das Publikum dankte dem Streicherensemble mit anhaltendem Beifall und Bravorufen.
Ingo Starz (Athen)

