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ZÜRICH/ Opernhaus: Richard Strauss: Arabella • Opernhaus Zürich • Vorstellung: 22.04.2026

23.04.2026 | Oper international

Richard Strauss: Arabella • Opernhaus Zürich • Vorstellung: 22.04.2026

(3. Vorstellung • Wiederaufnahme: 14.04.2026 • Premiere am 01.03.2020)

Es bleibt Luft nach oben

«Arabella» in der Regie von Robert Carsen überzeugt wie seine anderen Arbeiten durch ruhige Sachlichkeit und klare Nachvollziehbarkeit fernab jeglicher regietheatraler Egomanien. Die Ausstattung von Gideon Davey ist eine Wohltat für die Augen.

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Foto © Toni Suter

Die musikalische Leitung durch Markus Poschner vermag an diesem Abend nicht mehr so zu überzeugen wie in der vorangegangenen Vorstellung. Der fein ziselierte, wunderbar inspirierte Wohlklang des Orchesters der Oper Zürich wird durch eine wenig sensible, unausgewogene Lautstärken-Gewichtung beeinträchtigt. Zu oft scheint die Aufmerksamkeit aufs Orchester beschränkt und so werden im Schwelgen in Strauss’schen Klangfarben immer wieder Solisten an ihre Grenzen gebracht oder gar übertönt. Der Chor der Oper Zürich (Choreinstudierung: Ernst Raffelsberger) hat als Kollektiv an diesen Umständen weniger schwer zu tragen, bleibt aber nicht unbeeinträchtigt.

Wolfgang Bankl vermag in der Rolle des Grafen Waldner erneut mit grosser Textverständlichkeit und guter Bühnenpräsenz zu überzeugen. Stephanie Houtzeel hat als Adelaide deutlich mit der Lautstärke zu kämpfen. Die Textverständlichkeit hat nachgelassen, die Stimme neigt stellenweise dazu dünn zu klingen und das Spiel beginnt outriert zu wirken. Diana Damrau kann als Arabella leider wieder nur bedingt überzeugen. Die Mittellage spricht gut an, in den Höhen aber neigt die Stimme zu Schärfen, im Piano-Bereich dazu, den Orchesterklängen nicht durchgehend Paroli bieten zu können. Ihren Auftritten fehlt die für diese Rolle unabdingbare Leichtigkeit: Weder kann sie mit Unbeschwertheit für sich einnehmen, noch hat sie an diesem Abend die zu freier Gestaltung unabdingbare Sicherheit. Die Zdenka von Anett Fritsch überzeugt wie schon in der vorangegangenen Vorstellung mit gut fokussiertem Sopran, der bis auf die weiterhin zu Schärfen neigenden Höhen tadellos verständlich ist. Die zweifellos stärkste Leistung des Abends ist der Mandryka von Michael Volle. Bei seinen Auftritten wird es spürbar still, denn hier ist zu spüren, dass alles stimmt und der Sänger eben die Sicherheit hat, die nötig ist, um voll in der Rolle aufgehen zu können, nicht mehr zu gestalten, sondern zu sein. Pavol Breslik hat sich als Matteo seine Kräfte gut eingeteilt und kann dem Graben bis zum Schluss, wenn denn notwendig, Paroli bieten. Johan Krogius gibt den Graf Elemer mit tadellos fokussiertem, wohlklingendem Tenor, grosser Textverständlichkeit und guter Bühnenpräsenz. Gerne wird man dieser Stimme wiederbegegnen. Felix Gygli und Brent Michael Smith überzeugen als Graf Dominik und Graf Lamoral mit sauber geführten Stimmen und szenischer Glaubwürdigkeit rundum. Bei der Fiakermilli von Yewon Han fällt wie gehabt auf, dass die Koloraturen in der Höhe zwar perfekt kommen, dieser Bereich der Stimme aber mit der Mittellage nicht wirklich verbunden ist. Irène Friedli als Kartenaufschlägerin hat sich an diesem Abend deutlich gesteigert und überzeugt mit guter Textverständlichkeit und Bühnenpräsenz. Samuel Wallace als Zimmerkellner, Martin Zysset als Welko, Ruedi Auwärter als Djura und Christoph Uhlemann als Jankel ergänzen das Ensemble.

Es bleibt Luft nach oben.

Weitere Aufführungen: Sa. 25. April 2026, 19.00 und Di. 28. April 2026, 19.00.

 

23.04.2026, Jan Krobot/Zürich

 

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