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27. NOVEMBER 2024 – Mittwoch

27.11.2024 | Tageskommentar

 

ZUM TRAILER – Instagram

MAILAND/ Teatro alla Scala: IL FORZA DEL DESTINO. Saisoneröffnung am 7.12.2024
Kurzer Trailer!

Vorher, am Freitag, 29.11, steht aber noch die große, längst ausverkaufte „Puccini-Gala“ mit Netrebko und Kaufmann auf dem Programm der Mailänder Scala

 

Venedig/ Teatro La Fenice: Francesco Meli ist nicht damit einverstanden, ein weißer Otello zu sein

„In einem Interview mit Il Giornale sagte der italienische Tenor, dass sein Otello weiß sein würde, weil der Regisseur entschieden hatte, dass es keine Farbe geben würde, die das Gesicht des Tenors verdunkeln würde. Meli sagte jedoch, dass er nicht glaube, dass dies die richtige Art sei, die Figur darzustellen.“

 

Venedig
Francesco Meli Disagrees with Being a White Otello
„In an interview with Il Giornale, the Italian tenor said that his Otello would be white because the director had decided that there would be no paint to darken the tenor’s face. However, Meli said that he did not believe this was the right way to portray the character.“
https://operawire.com/francesco-meli-disagrees-with-being-a-white-otello/

Venedig
Verdis “Otello“ in Venedig: Diesmal sollte die Oper Jago heißen (Bezahlartikel)
Verdis “Otello” ist szenisch und musikalisch am Teatro la Fenice ungemein packend.
Kurier.at

Und was ist? Francesco Meli hat den Otello ja doch ohne dunkle Schminke gesungen! Vorher  große Worte, aber keine Taten. Diese wären auch kaum möglich gewesen, zumal „willigere“ Kollegen ja nur darauf gewartet haben, für Meli einzuspringen!

Traurige Szene!

Durchgesetzt hat sich offenbar Yusif Eyvazov in Budapest. In der dortigen Neuinszenierung  ohrfeigt Turandot ihren Bewerber Calàf, nachdem er die Rätsel gelöst hat. So geschah es auch in der Vorstellung am 23.11. mit einem „Lokalmatador“ als Caláf. Am 24.11. war Yusif Eyvazov dran – und die Ohrfeigen waren plötzlich gestrichen. Für einen Moslem ist es nämlich unerträglich, öffentlich von einer Frau geschlagen zu werden. 

Budapest: TURANDOT am 23. und 24.11

Vorstellung am 24.11. Yusif Eyvazov (Caláf). Fotocopyright: ©Valter Berecz / Hungarian State Opera 

Harald Lacina schreibt: …Aber auch sonst gibt es Unterschiede in der Inszenierung. Während Turandot, nachdem Kalaf alle drei Rätsel gelöst hat, diesen ohrfeigt, wurde dieses Detail bei Yusif Eyvazov weggelassen. Ich vermute, dass es für einen Moslem unehrenhaft gewesen wäre, sich vor Publikum von einer Frau züchtigen zu lassen…

Am 24.11. sang Szilvia Rálik die Titelpartie. Gleich zu Beginn ihrer Karriere reüssierte sie mit großem Erfolg als Norma, gefolgt von den großen Verdi- und Puccini Heroinen, allen drei Brünnhilden, sowie Elektra, Salome, Ariadne und Färberin, um nur die wichtigsten zu nennen. Ihre Turandot zeichnete sich durch eine messerscharfe Höhe aus, mit der sie Calàf in der Rätselszene vergeblich einzuschüchtern suchte. Dieser wurde von dem in Algier geborenen dramatischen aserbaidschanischen Gasttenor Yusif Eyvazov mit dem für das „Ness’un dorma“ erforderlichen Schmelz im Timbre überwältigend gesungen. Kriszta Kinga ergänzte als aufopferungsbereite Liù mit schön geführtem Sopran in allen Lagen. Langanhaltenden Applaus gab es bei beiden Vorstellungen und zahlreiche Bravo Rufe für beide Interpretinnen der Titelpartie. In der Rolle des Calàf lag Yusif Eyvazov in der Gunst des Publikums eindeutig vor László Boldizsár, der an das tenorale Niveau des Gastes nicht ganz heranreichte. Im Übrigen wurden aber alle anderen Mitwirkenden gleichmäßig mit Applaus bedacht.

Zum Bericht von Harald Lacina

Berlin/Staatsoper
Dieser Wagner-Abend wird ungewollt zum Generationswechsel
Im Rahmen dieses Abonnementkonzertes wollte Daniel Barenboim, der emeritierte GMD des Hauses, noch einmal mit Wagner glänzen, sein inzwischen notorisch schlechter Gesundheitszustand verhinderte aber erneut sein Auftreten, schon die Premiere des neuen Ring des Nibelungen musste er 2022 abgeben. Mit Philippe Jordan übernahm ein ehemaliger Assistent Barenboims die Leitung des Konzertes. Jordan, inzwischen Musikdirektor der Wiener Staatsoper, hat sich längst als Wagner-Dirigent etabliert, erst im Frühjahr leitete er zwei Ring-Zyklen an der Staatsoper mit großem persönlichen Erfolg.
Von Peter Sommeregger
Klassik-begeistert.de

Zum gestern an dieser Stelle erschienen Lesermail bezüglich der Kosky-Wortmeldung wegen der Einsparungen in Berlin und die Meinung von TTT/Tim Theo Tinn dazu: 

TTT hat mir eine Klage angedroht, weil ich ihm seiner Meinung nach Antisemitismus vorgeworfen hätte.  Die Leser konnten sich davon überzeugen, dass dies keineswegs der Fall war. Auch ich habe die Bemerkungen/ Vergleiche des Herrn Kosky unpassend und der Sache nicht dienlich empfunden.  TTT fordert eine Gegendarstellung. Bitte sehr: Ich habe nie behauptet, dass TTT antisemitische Meinungen vertreten hat!  

TTT verlangt folgende Gegendarstellung: Leserbrief Rea Franz Gernhardt „…. sondern schlicht um eine, nicht die erste, antisemitische Entgleisung von Herrn Tinn.“ Den Begriff „Judenbonus“ losgelöst ohne Kontext könnte man durchaus antisemitisch deuten. Verwendet im Zusammenhang mit erfundenen massiven Antisemitismus Vorwürfen eines jüdischen Kulturträgers und Starregisseurs gegen Berliner Politiker, halte ich ihn für legitim, da er sich im vorgetragenen Bedeutungsfeld bewegt. Und wie oft, will ich auch hier zur besonderen Deutlichkeit polarisieren.

Erstaunlich wird diese Bemerkung bei nicht zulässigen (also strafbaren) pauschalen Vorwürfen gegen mich durch den Anwalt Herrn Gernhardt, wo man üblicherweise substantiierte Vorträge erwartet, keine nackten Behauptungen / ehrverletzende üble Nachreden.

Unsubstantiiert wird gegen mich wegen aktuellem und angeblich früherem Antisemitismus (???) geschossen unter Ignoranz sämtlicher massiven Antisemitismus – Behauptungen des Herrn Kosky. By the way: mein Onkel wurde im KZ ermordet, eine Tante überlebte für ihr Leben gezeichnet lebensuntüchtig. (Gegendarstellung Ende

Damit ist das Thema für mich beendet, auch das Thema TTT. Ich bin menschlich schwer enttäuscht und habe dazugelernt. Dass ich in meinem Alter noch dazulernen könnte, habe ich nicht geglaubt. Ich bitte auch mich künftig mit weinerlichen Stellungnahmen über die „Berliner Kulturkrise“ zu verschonen, auch Herr Kosky hat für mich das Fass zum Überlaufen gebracht! Ganz Deutschland lebt in einer neuen, politisch selbsteinbrockten Realität, die gesamthaft und nicht partikulatorisch betrachtet werden muss

Zur Lesermeinung selbst meint Leser Matthias Rademacher: Hallo Onlinemerker, da ein Baustopp in der Lindenoper derzeit keine Option ist, kann man dort keine Baukosten sparen. Das geht nur in der Komischen Oper. Das hat mit Touristischem Wert doch nichts zu tun. Davon abgesehen: Für mich als Operntourist ist die Komische Oper mindestens genauso interessant wie die Lindenoper.

Bei dieser Gelegenheit bitte ich Lesermeinungsschreiber um einen Hinweis, ob sie namentlich genannt werden wollen,  mit Vollnahmen oder bloß mit Initialen!  

BERLIN: Advent an der Staatsoper: Die Meistersinger von Nürnberg, Die Zauberflöte und vorweihnachtliche Konzerte mit dem Kinder- und Apollo-Chor

Mit Opernklassikern und stimmungsvollen Konzerten geht es an der Staatsoper Unter den Linden in die Weihnachtszeit: An allen vier Adventssonntagen ist Richard Wagners Festoper Die Meistersinger von Nürnberg zu erleben – in der von Publikum und Presse gefeierten Inszenierung von Andrea Moses, die von der Berliner Morgenpost für diese Produktion als „Meisterin der Personenregie“ gelobt wurde. Auch August Everdings Inszenierung von Wolfgang Amadeus Mozarts Die Zauberflöte mit den berühmten Schinkel-Bühnenbildern – einer der großen Klassiker im Staatsopern-Repertoire – steht in den nächsten Wochen wieder auf dem Spielplan. Darüber hinaus stimmen der Kinder- und Apollo-Chor mit vorweihnachtlichen Konzerten auf die Feiertage ein…

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Das Festival Janáček Brno 2024 sprengte alle Grenzen

 

Im Herbst dieses Jahres wurde Brno erneut zum Zentrum der Musikwelt, als hier vom 1. bis zum 24. November bereits zum neunten Mal das renommierte internationale Opern- und Musikfestival Janáček Brno stattfand. Mit mehr als 50 Vorstellungen in 24 Tagen bot das Festival eine außergewöhnliche Bandbreite an Opern- und Konzertwerken, deren Auswahl im Jahr der tschechischen Musik eine Zelebration der tschechischen Musiktradition darstellte. Dabei waren nicht nur Kompositionen Leoš Janáčeks, sondern auch Werke anderer tschechischer Komponisten zu erleben. Das Festival konnte sich über die Jahre ein hohes internationales Prestige erwerben und fand daher große Beachtung beim Publikum im In- und Ausland. Dies spiegelte sich auch in ausverkauften Sälen und einer sehr positiven Resonanz seitens des Publikums wider. Doch noch ist das Festival nicht ganz zu Ende, denn am 3. und 4. Dezember steht noch eine „Nachlese“ in Gestalt einer Inszenierung der Ausflüge des Herrn Brouček durch das Ensemble der Janáček-Oper des Nationaltheaters Brno auf dem Programm…

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Ulrike Kuhrdt ist neue Geschäftsführende Direktorin des Staatstheaters Augsburg 

Ulrike Kuhrdt. Foto: Jan Pieter Fuhr

Stiftungsrat der Stiftung Staatstheater Augsburg ernennt 51-jährige Juristin

  • Hohe Expertise bereits als kommissarische Geschäftsführerin bewiesen
  • Vorausgehendes Bewerbungsverfahren klar für sich entschieden
  • Offizieller Amtsantritt am Mittwoch, 1. Januar 2025

 Zum 1. Januar 2025 übernimmt Ulrike Kuhrdt die Geschäftsführung des Staatstheaters Augsburg. Ihre Ernennung zur Geschäftsführenden Direktorin erfolgte im Rahmen der jüngsten Stiftungsratssitzung der Stiftung Staatstheater Augsburg im November…

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Tokyo
New National Theatre Tokyo 2024-25 Review: Guillaume Tell
https://operawire.com/new-national-theatre-tokyo-2024-25-review-guillaume-tell/

WIEN/ Altes Rathaus: Musical Connections mit der Camerata Balcanica     (25.11.2024)

Im historischen Alten Rathaus von Wien ist der attraktive Wappensaal als ‚Bank Austria Salon‘ ein Schmelztiegel für junge, jüngere Musiker geworden. International ausgerichtet. Denn auch das heimische Musikleben wird mehr und mehr von nach Österreich gekommenen – meist zum Studium – musizierendem Nachwuchs geprägt. Oder sie sind etwa zu Gast in Wien: Die Damen der Camerata Balcanica, in Kooperation mit dem Wiener Internationalen Solisten Ensemble. ‚Musical Connections‘ heißt es dazu, und solches gibt Einblicke in aktuelle Kulturinitiativen mit Blickrichtung Osten. .

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Ballet / Dance: The week in dance: MaddAddam; Gigenis: the Generation of the Earth – review
TheGuardian com.stage

Vladimir Shklyarov: an appreciation of a great artist
A tribute to a much-loved and highly respected principal of the Mariinsky Ballet, who died at the tragically early age of 39.
https://bachtrack.com/de_DE/news-tribute-to-vladimir-shyklarov-november-2024

Zu Klaus Billands Bericht zum „Fliegenden Holländer“ in Santiago de Chile: Ein paar Eindrücke von der Landung auf der Osterinsel

Zum „Fliegenden Holländer “ in Santiago de Chile( Teatro Municipal

Ankunft

 

 

Alle Fotos: Dr. Klaus Billand

Politik

Österreich
NEOS „erbost“: Zuckerl-Koalition hat ersten Streit
Der am Dienstag überraschend verkündete Gehaltsabschluss der öffentlich Bediensteten sorgt für den ersten Zwist zwischen ÖVP, SPÖ und NEOS. Der pinke Mandatar Josef „Sepp“ Schellhorn zeigte sich „einigermaßen überrascht, irgendwie enttäuscht und ein wenig erbost“ über die Erhöhung von durchschnittlich 3,5 Prozent. ie NEOS seien in die Einigung weder eingebunden noch darüber informiert worden. „In einer Situation, in der wir nicht wissen, wie die budgetäre Lage aussieht“ und die Rechnungshof-Präsidentin Margit Kraker eine Nullohnrunde empfohlen hatte, sei die Erhöhung „ein bisserl viel“.
https://www.krone.at/3606345

NEOS-Mann tobt
Jetzt erster Ampel-Streit um Gehälter ausgebrochen
Ein Plus bei Gehältern wird von vielen positiv gesehen. Weil diese bei Beamten aber aus Steuergeldern finanziert werden, sehen das die NEOS anders.
Heute.at

WKO-Präsident Mahrer: „Ich bin mir sicher, dass man die Milliarden findet“
Harald Mahrer, Teil des ÖVP-Sondierungsteams, über Mittel im System statt neuer Steuern, die ideologische Brille der SPÖ, den Fehler der türkis-grünen Koalition und was passieren muss, damit die Dreierkoalition kommt.
Kurier.at

Steiermark-Wahl
Briefwahlstimmen verschieben ein Mandat von der SPÖ zu den Neos
Die FPÖ hält nun bei 17 Mandaten und 34,76 Prozent der Stimmen, mit Abstand vor der ÖVP, die auf 26,81 Prozent und 13 Mandate kommt. Mit der Auszählung der restlichen Briefwahlstimmen bei der steirischen Landtagswahl, die die FPÖ mit Abstand für sich entschied, hat sich am Ergebnis nur mehr wenig verändert. Eine Verschiebung gab es noch bei den Mandaten: Gegenüber dem Sonntagsergebnis inklusive Briefwahlschätzung wanderte noch ein Mandat von der SPÖ noch zu den Neos.
Die Presse.com

Wahlmotiv Leitspital
Rottenmann: ÖVP-Ortschef jubelt über blauen Erfolg
Nirgendwo in der Steiermark erzielten die Freiheitlichen bei der steirischen Landtagswahl mehr Prozente als in Rottenmann. Es ist eine klare Absage für das Leitspital in Liezen, zu der sich sogar ÖVP-Bürgermeister Günter Gangl bekennt. Dass die Schwarzen gerade mal 5,1 Prozent erreichten, bekümmert ihn kaum.
https://www.krone.at/3605057

 

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