Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

Lux Nova Duo bei Genuin Classics erschienen/ Ungewöhnliche Kombinationen

14.10.2020 | cd

Lux Nova Duo bei Genuin Classics erschienen/

Ungewöhnliche Kombinationen

Musenblätter - Das unabhängige Kulturmagazin

In der seltenen Besetzung von Gitarre und Akkordeon präsentieren Jorge Paz Verastegui (Peru) und Lydia Schmidl (Deutschland) auf ihrem Album „Inspiracion Bach“ fünf Werke moderner Komponisten, die eigens für die vorliegende Aufnahme komponiert wurden. Man habe den Komponisten dabei freie Hand gelassen, nur ein Bezug zu Bach sollte vorhanden sein – wie sie diesen herstellen würden, würde dabei völlig offen sein, so Lydia Schmidl. Mikrotonale Stimmungen und dynamische Kontraste stehen bei „Luz negra“ von Jose M. Sanchez-Verdu im Mittelpunkt. Moderne Elemente beherrschen auch das Tape in Charles Uzors Werk „sephardic lilt/mimicri“, wo völlig neue Verbindungen zu Bach hergestellt werden. Lydia Schmidl (Akkordeon) ist davon überzeugt, dass gerade Johann Sebastian Bach auch heute Vorreiter unserer Zeit wäre. Zu allen fünf Komponisten hat das Lux Nova Duo eine enge Beziehung. Die Werke des peruanischen Komponisten Alejandro Nunez Allauca hörte Jorge Paz Verastegui (Gitarre) bereits in seiner Kindheit, denn sein Vater war Dirigent des peruanischen Nationalchors. Sein auf dieser CD vertretendes Werk „Bachiana Hamburg“ entstand auf der Heimreise von Hamburg nach Lugano. Der deutsch-amerikanische Komponist Tristan Xavier Köster hat ebenfalls eine starke Verbindung zu Bach. Bach gebe unverfälscht wieder, wer wir als Menschen seien. Seine Musik sei schmutzig, matschig, steinig und voller verborgener Leidenschaft. Die Art und Weise, wie er als Kind Bachwerke ganz unvoreingenommen gehört, gespielt, genossen und geübt habe, solle in seinem Werk zum Tragen kommen, so Köster. Und seine Beziehung zu seinem eigenen Kind lässt er in seine Kompositionen einfließen. Am Ende von „Memory Fragments III: Im Eifer etwas übersehen (vergessen)“ ist ein Wiegenlied für seine Tochter zu hören. Den Kirchenmusiker und Komponisten Sebastian Sprenger hat das Lux Nova Duo bei Konzerten in Sprengers Kirche kennengelernt. Seine Kompositionen würden den schwermütigen Blues mit leichtfüßigen Walzern verbinden, sagt Lydia Schmidl über sein Werk „Our Lady of Graces – Suite Mariale pout accordeon et guitare“. Sprenger führt hier als Katholik einen sehr lebendigen Dialog mit dem Protestanten Bach über die Bedeutung der Gottesmutter Maria. Diese Jazzsuite wirkt rhythmisch ausgesprochen intensiv und elektrisierend. Kontrapunktisch und thematisch reich kommen „Nouvelles Suites de pieces de clavecin“ von Jean-Philippe Rameau sowie Präludium und Fuge Nr. 5 D-Dur aus Präludien und Fugen op. 87 von Dmitri Schostakowitsch daher. Von Johann Sebastian Bach erklingen ferner sehr transparent Präludium und Suite Nr. 3 g-Moll BWV 808 sowie das Präludium der Cellosuite Nr. 6 D-Dur BWV 1012. Die sich steigernden dynamischen Spannungsbögen werden hier sehr schön herausgearbeitet. Überhaupt gibt das bewegte Linienspiel bei dieser ausgefeilten Interpretation immer wieder den Ton an. 

Alexander Walther

 

Diese Seite drucken