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20 CD Box ANTON BRUCKNER: SÄMTLICHE SYMPHONIEN, Messe Nr. 3, Psalm 146, Werke für Orgel; Profil Hänssler

13.03.2022 | cd

20 CD Box ANTON BRUCKNER: SÄMTLICHE SYMPHONIEN, Messe Nr. 3, Psalm 146, Werke für Orgel; Profil Hänssler

 

Gerd Schaller dirigiert die Philharmonie Festiva – Bedeutendste Bruckner-Edition seit der Veröffentlichung der Celibidache/Münchner Philharmoniker Mitschnitte

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 Es bedarf guter Gelegenheiten, sich intensiv mit dem Werk eines Komponisten zu befassen. In diesem Fall ist es eine Art Zwischenbilanz des von Gerd Schaller vor 12 Jahren gestarteten Mammutprojekts „Bruckner 2024“. Bis zum 200. Geburtstag Anton Bruckners  am 4. September 2024 sollen sämtliche Symphonien in allen Fassungen und in einer „künstlerischen Handschrift“ auf CD vorliegen. 

 

Bis dato sind alle Symphonien in ausgewählten, teils äußerst selten gespielten Fassungen vor, aufgenommen in der Abteikirche des ehemaligen Zisterzienserklosters von Ebrach und im Regentenbau von Bad Kissingen veröffentlicht. So sind in der vorliegenden Box erstmals Bruckners „Dritte“ in der ersten Revision von 1874 und die „Achte“ in der Intermediärvariante von 1888 zu hören. Gerd Schaller ist auch als Organist zu erleben. Auf der Eisenbarth Hauptorgel Ebrach mit dem runden süddeutschen Klang hat er nicht nur selten gespielte Orgelminiaturen eingespielt, sondern auch seine eigene Orgelbearbeitung der „Neunten“, um dem Publikum einen Eindruck davon zu vermitteln, wie Bruckners Orgelimprovisationen einst geklungen haben mögen.  

 

Eine besondere Rarität stellt der Psalm 146 in A-Dur dar. Es ist ein in Kantatenform gehaltenes Stück für Solisten, Doppelchor und Orchester. Die Messe Nr. 3 in f-Moll, Edition Nowak, aus den Jahren 1867/1868, gehört zu den schönsten Messkompositionen überhaupt (das himmlische Benedictus etwa katapultiert einen träumerisch in Richtung Kosmos). Als Basschoristen  a.D. sind mir noch bestens drei Aufführungen aus dem Jahr 1980 mit der Wiener Singakademie unter Walter Hornsteiner in Wien, Passau und Engelhartszell in Erinnerung, wo Anton Dermota die Tenorsoli in der Messe und im „Te Deum“ noch immer in grandioser Form gesungen hat. Da dürfte sich Kapellmeister Johann Ritter von Herbeck vor der geplanten Uraufführung doch ziemlich geirrt haben, als er nach zwei Proben konstatierte, dass die Messe nicht aufgeführt werden kann, weil sie zu unsingbar sei. 

 

Gerd Schaller ist ein großartiger Bruckner-Dirigent und Organist. Ihn faszinieren das Intellektuelle, die Komplexität, die Bögen, die Emotionalität, die spirituelle Mystik, die Archaik genauso wie der visionäre Experimentalcharakter der Symphonien. Bei den sogenannten Zwischenfassungen interessiert Schaller die Einsichten in die Komponierstube und die Nachverfolgbarkeit der großen Schritte in der musikalischen Entwicklung des Komponisten. 

 

Tatsächlich können wir  Bruckners Musik in der Interpretation von Gerd Schaller in ihrer ganzen spirituellen Tiefe und unvergleichlichen Pracht genießen wie nur von wenigen anderen Dirigenten. Bei Schaller verbindet sich das Wissen um Architektur und  Strukturen einer Partitur mit einer ungeheuren Sanglichkeit, einem beherzten musikalischen Fluss, einer in allen Phrasen trotz schroffer Brüche ausgekosteten Differenzierung und Schönheit des Klangs: Kammermusikalische Durchhörbarkeit, edeldunkle Blechbläser, seidenstrahlende Streicher. Dabei spielt natürlich die Philharmonie Festiva die entscheidende Rolle. Sie ist – ähnlich wie das Bayreuther Wagner-Orchester ein Symphonieorchester, bestehend aus ausgewählten, herausragenden Musikern deutscher Spitzenklangkörper. Der Philharmonische Chor München sorgt in der f-Moll Messe für präzis intonierte Fugen, samtiges Legato und überwältigende Akzente.

 

Damit die CDs auch tontechnisch einen optimalen Zuschnitt erfahren, wird mit dem Bayerischen Rundfunk, Studio Franken, kooperiert.

 

Inhalt der Box 

Symphonie f-moll „Studiensymphonie“ Editon Schaller(1863) 

Symphonie Nr. 1 c-Moll (Frühe Linzer Fassung 1866, Edition Carragan)

Symphonie Nr. 1 c-Moll (Wiener Fassung 1891, Edition Schaller) 

Symphonie d-Moll „Annullierte Symphonie“ (1869, Edition Schaller) 

Symphonie Nr. 2 c-Moll (Fassung 1872, Edition Carragan)

Symphonie Nr. 3 d-Moll (Fassung 1874, Edition Carragan, Weltersteinspielung) Symphonie Nr. 3 d-Moll (1890, Edition Schalk)

Symphonie Nr. 4 Es-Dur („Romantische Fassung“ 1878/1880, Edition Nowak) 

Symphonie Nr. 4 Es-Dur mit „Volksfest“-Finale

Symphonie Nr. 5 B-Dur, Edition Nowak 

Symphonie Nr. 6 A-Dur, Edition Nowak 

Symphonie Nr. 7 E-Dur, Edition Nowak 

Symphonie Nr. 8 c-Moll (Variante 1888, Edition Carragan, Weltersteinspielung) 

Symphonie Nr. 9 d-Moll Edition Nowak, mit dem von Gerd Schaller komplettierten Finale – revidiert 2018

Symphonie Nr. 9 d-Moll (Orgelversion)
Messe Nr. 3 f-Moll (1893, Edition Nowak) 

Psalm 146 A-Dur
Orgelwerke: Improvisationsskizze Bad Ischl, vervollständigt von Erwin Horn; Andante d-Moll; Nachspiel d-Moll; Präludium & Fuge c-Moll; Fuge d-Moll; Präludium c-Moll
Otto Kitzler/Gerd Schaller: Trauermusik „Dem Andenken Anton Bruckners“

 

www.bruckner2024.com

 

Dr. Ingobert Waltenberger

 

 

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