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DÜSSELDORF: Heinrich-Heine-Preis 2018 an Prof. Dr. Leoluca Orlando, Bürgermeister von Palermo

01.12.2018 | Themen Kultur

DÜSSELDORF: Heinrich-Heine-Preis 2018 an Prof. Dr. Leoluca Orlando, Bürgermeister von Palermo

Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger


Düsseldorf: Heine Preis für Leoluca Orlando.  Console generale dItalia Pierluigi Ferraro und OB Thomas-Geisel. Foto: Andrea Matzker

Der charismatische Bürgermeister von Palermo, Prof. Dr. Leoluca Orlando, erhielt in Düsseldorf, der Partnerstadt Palermos, den mit 50.000 Euro dotierten Heinrich-Heine-Preis. Die Auszeichnung ist eine der bedeutendsten in ganz Deutschland, die an eine einzelne Person mit politischem Interesse und Einsatz vergeben werden kann. Er wird verliehen an Persönlichkeiten, die durch ihr geistiges Schaffen im Sinne der Grundrechte des Menschen, für die sich Heinrich Heine eingesetzt hat, den sozialen und politischen Fortschritt fördern, der Völkerverständigung dienen oder die Erkenntnis von der Zusammengehörigkeit aller Menschen verbreiten. Im Rahmen eines feierlichen Festaktes fand die Preisverleihung in Gegenwart des Italienischen Generalkonsuls Pierluigi Ferraro im Plenarsaal des Düsseldorfer Rathauses statt. Der Bürgermeister der Landeshauptstadt, Thomas Geisel, würdigte den Preisträger als einen palermitanischen Weltbürger und zugleich einen weltbürgerlichen Palermitaner, der sich immer treu geblieben sei, seine Abscheu gegen die Arroganz der Macht und gegen Gewalt und Korruption immer deutlich zum Ausdruck gebracht habe, und dem Palermo als Kulturhauptstadt Europas im Jahre 2018 zu verdanken sei. Er könne sich kaum einen geeigneteren Kandidaten für den Preis vorstellen.


Düsseldorf-Heine-Preis für Leoluca Orlando. OB Thomas Geisel und Laudator Wim Wenders: Foto: Andrea Matzker

Wim Wenders, Regisseur des Films „Palermo Shooting“, hielt die Laudatio. Dabei trug er Episoden aus der Autobiografie des Preisträgers mit dem Titel „Ich sollte der nächste sein“ und dessen Buch „Der sizilianische Karren“ vor. Im Anschluss an die Übergabe der Urkunde und den Eintrag in das Goldene Buch der Stadt hielt Orlando eine Dankesrede von über 30 Minuten in perfektem Deutsch, die von dem ergriffenen und bewegten Publikum mit Applaus und stehenden Ovationen von mehr als 5 Minuten gewürdigt wurde. Am Tag zuvor wurde dem Preisträger eine außerordentliche Ehre zuteil: Er durfte den Schatz des Museums im Heinrich Heine Institut, den originalen Autographen der weltberühmten „Loreley“ von Heinrich Heine persönlich anschauen und in Händen halten. Als roter Faden geleitete die schöne Sirene durch seine Dankesrede als eine Metapher für die Schönheit, die keine wirkliche Schönheit sein kann, wenn sie nicht mit dem Tod verbunden ist. So wie die Fischer ihr Leben riskierten, um die zauberhafte Loreley zu bewundern, so suchen Millionen von Migranten in Europa die Würde und das Recht auf das eigene Leben, die ihnen woanders genommen wurden. Um dieses Ziel zu erreichen, riskieren sie ihr Leben. „Die Loreley ist ein Mythos und ein Traum. Sie symbolisiert die Suche nach der wirklichen ethischen und ästhetischen Schönheit“, so Orlando. Am Ende fragten sich alle Anwesenden, wie es denn sein könne, dass es einem Palermitaner offenbar treffender gelingt, dieses jedem Kind bekannte Lied sinnvoll und an unsere Zeit angepasst zu interpretieren, als manchem Deutschen zuvor.


Düsseldorf-Heine-Preis für Leoluca Orlando. Foto: Andrea-Matzker


Eintrag in das Goldene Buch. Foto: Andrea Matzker


„Loreley“ von Heinrich Heine. Foto: Andrea Matzker


„Loreley“ von Heinrich Heine. Foto: Andrea Matzker

Loreley


Düsseldorf/Heine-Preis für Leoluca Orlando: Loreley von Prof. Hutschenreuther. Foto: Andrea Matzker

Ich weiß nicht was soll es bedeuten
dass ich so traurig bin

Ein Märchen aus alten Zeiten
das kommt mir nicht aus dem Sinn

Die Luft ist kühl und es dunkelt
und ruhig fließt der Rhein
der Gipfel des Berges funkelt
im Abendsonnenschein

Die schönste Jungfrau sitzet
dort oben wunderbar
ihr goldenes Geschmeide blitzet
sie kämmt ihr goldenes Haar

Sie kämmt es mit goldenem Kamme
und singt ein Lied dabei‘
das hat eine wundersame
gewaltige Melodei

Den Schiffer im kleinen Schiffe
ergreift es mit wildem Weh
er schaut nicht die Felsenriffe
er schaut nur hinauf in die Höh

Ich glaube die Wellen verschlingen
am Ende Schiffer und Kahn
und das hat mit ihrem Singen
die Lore-Ley getan

Heinrich Heine im Jahr 1823


Heine Preis für Leoluca Orlando: Foto: Andrea Matzker

Dr. Egon Schlesinger/ Andrea Matzker


Düsseldorf/ Heine-Preis-für Leoluca Orlando Loreley von Johann Ludwig Bleuler:Foto:Andrea Matzker

 

 

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