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16 CDs JOHANNES BRAHMS: Kammermusik – Gesamtaufnahme live aus Frankreich, B-Records

13.02.2022 | cd

16 CDs JOHANNES BRAHMS: Kammermusik – Gesamtaufnahme live aus Frankreich, B-Records

 

Zwölf überwiegend sehr junge Musiker begeistern mit einem fulminanten Brahms-Zyklus

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Pierre Fouchenneret (Violine), Lise Berthaud (Bratsche), François Salque (Cello) und Éric Le Sage (Klavier) haben acht weitere Musiker eingeladen, gemeinsam an einem großen Brahms-Projekt zu arbeiten. Die gesamte Kammermusik stand zur Disposition: Klavierquartette, Streichsextette, Kammermusik mit Blasinstrumenten (Klarinettenquintett, Klarinettentrio, Horntrio, Sonaten für Klarinette und Klavier), Sonaten für Violine und Klavier, Sonaten für Bratsche und Klavier, Zwei Gesänge für Stimme, Bratsche und Klavier, Streichquartette und Klavierquintette, Sonaten für Cello und Klavier, Klaviertrios, Werke für zwei Klaviere, Werke für Klavier vierhändig.

 

Es gibt sie, diese Mitschnitte, die den Hörer sofort für sich einnehmen. Das Geheimnis liegt in der Lebendigkeit des so nur im Konzert möglichen intensiven Zusammenspiels, dem gemeinsamen Atmen in den Übergängen, der spürbaren Begeisterung der Musiker bei gleichzeitig hoher technischer Meisterschaft. Dazu kommt ein gewisser mediterran leuchtender Klang, der den Werken Brahms ausgesprochen gut tut. Der jugendliche Überschwang, die tänzerische Ader, himmlisch schön dahin gesponnene Phrasen, als dies zusammen lässt mich von diesen Aufnahmen nicht loskommen. So frisch durchlüftet und betörend klangschön musiziert habe ich die Mehrzahl der auch immens bekannten Stücke (Klaviertrios!) noch nie gehört. 

 

Wir leben in einer musikalischen Epoche, wo besonders Kammer- und Chormusik, aber auch Barockmusik inkl. Barockoper in üppigster Blüte stehen und keinen historischen Vergleich scheuen müssen. In der Kammermusik hat das auch damit zu tun, dass noch nie so viele bestausgebildete Musiker in passende Beschäftigung streben und in Orchestern halt nur eine beschränkte Aufnahmekapazität herrscht. Da tun sich dann die Begabtesten zu eigenen Ensembles zusammen. Die reüssieren entweder mit originellen Programmierungen abseits ausgetretener Pfade oder sie spielen das Große Repertoire einfach unwiderstehlich gut. Das Allegro des Klaviertrios Nr. 1 Op. 8 ist so ein Beispiel, wo Pierre Fouchenneret, François Salque und besonders Éric Le Sage heute sicher olympisches Gold gebührte, wenn es denn diese sportlichen Auszeichnungen auch für die Musik gäbe. Insgesamt kann der „Mannschaftsgeist“, das gemeinsam an einem Strang ziehen, was sich in diesen Konzerten so prachtvoll zu einem künstlerischen Miteinander formt, nicht genug gewürdigt werden. 

 

Verstärkt wird das oben erwähnte Quartett durch Shuichi Okada (Violine), Adrien Boisseau (Bratsche), Yan Levionnois (Cello), Florent Pujuila (Klarinette), Joël Lasry (Horn), Sarah Nemtanu (Violine), Deborah Nemtanu (Violine), Théo Fouchenneret (Klavier), wobei Pierre Fouchenneret, Sarah Nemtanu, Lise Berthaud und François Salque das Quatuor Strada bilden, die sich die Streichquartette der Box vorgenommen haben.

 

Die in audiophiler Klangqualität vorliegenden 16 CDs (räumliche Tiefenstaffelung, Wärme und Natürlichkeit des Tons sind top), entstanden im Zeitraum 2017 bis 2021 in akustisch bestens geeigneten Konzertsälen der Belle Epoque in Frankreich und Belgien. 

 

Fazit: Ein absolutes Muss für alle Begeisterten von Kammermusik und von Johannes Brahms im Speziellen. 

 

Dr. Ingobert Waltenberger

 

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