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Wolfgang Amadeus Mozart – 27. Januar 1756 in Salzburg geboren zum 270.Geburtstag

25.01.2026 | Reflexionen-Festspiele

Wolfgang Amadeus Mozart – 27. Januar 1756 in Salzburg geboren zum 270.Geburtstag

 Auszug aus dem „Salieri-Buch“ von Manuela Miebach 

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Mozarts Krankheiten

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Der junge Mozart. Radierung

 Jahrzehntelang wurde darüber spekuliert von verschiedensten Wissenschaftlern und das weltweit, über die eigentliche Todesursache Mozarts. Tatsächlich hielt man zunächst an dem Glauben fest, aufgrund von Verschwörungstheorien, dass Mozart durch Salieri vergiftet worden sei. Auch nach der ehrenvollen offiziellen Jubilierung des Hofkapellmeisters, geisterte das Gerücht durch Pressemeldungen an die Öffentlichkeit, wo ohne die eigentliche Ursache zu hinterfragen, hier ein falsches Zeugnis über die eigentliche Todesursache Mozarts abgegeben wurde.

Nun Gerüchte verbreiten sich schnell in der Welt – besonders in Zeiten des Online – Zeitalters wo wir mit Fake-News tagtäglich überschüttet werden.

Auch heute noch werden über die eigentliche Sterbeursache Mozarts gerätselt wo rund 150 Mythen kursieren die aber als reiner Humbug zu bezeichnen sind. Denn Fakt ist, laut eines Totenbeschauprotokolls vom 5. Dezember 1791 der MA 8 hier Mozart nachweislich an einem „Frieselfieber“ gestorben ist. Warum hier also immer noch Gerüchte kursieren bleibt unbegreiflich.

Doch hundertprozentig erwiesen scheint Mozarts Todesursache bis heute nicht.

Es bleibt ebenso Spekulation, ob Mozart an einer akuten bakteriellen oder viralen Infektion starb, an einer akuten chronischen Nierenerkrankung, die letztendlich zur Urämie führte – oder ob andere entzündliche Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis vorlagen. Generalisierte Ödeme, die bei Mozart beobachtet wurden, sind ansonsten Zeichen kardiovaskulärer Erkrankungen, kommen bei nephrotischem Syndrom, Malnutrition, Leberinsuffizienz und vor allem bei eingeschränkter glomerulärer Filtration vor, z.B. einer akuten Nephritis. (Laut einer Beschreibung des Kardiologen Prof. Dr. Hans Joachim Trappe, dessen Buch „Krankheit – Sphäre des Schaffens“ zum Fall Mozarts Krankheiten sehr zu empfehlen wäre).

Im Jahr 2000 legte sich eine Gruppe amerikanischer Wissenschaftler als Todesursache auf ein akutes rheumatisches Fieber fest, das von einer Streptokokken – Infektion ausgelöst worden sei. Wo Letzteres durchaus erklärbar, weil aufgrund dieser Infektion höchstwahrscheinlich ein Toxisches Schocksyndrom ausgelöst wurde, das nicht nur zu Fieber, Ausschlag, gefährlich niedrigen Blutdruck, sondern auch zu einem mehrfachen Organversagen führen kann.

Lassen wir also „Frieselfieber“ als die eigentliche Todesursache Mozarts gelten, so sind wir dem Rätsel schon ein wenig nähergekommen.

Denn anhand von Überlieferungen soll Mozart bereits seit zwei Wochen über heftiges Fieber, über Ausschlag und geschwollene Arme und Beine geklagt haben; Und obwohl ein Aderlass mehrere Male angewendet wurde, hier jedoch in dem bereits vorangeschrittenen Stadium seiner Erkrankung, Mozart nicht mehr geholfen werden konnte.

Bedauerlicherweise gibt es kein ärztliches Attest über Mozarts Krankheit, das zur damaligen Zeit auch gar nicht üblich war. Somit können wir nur aus dem Sterberegister der Domkanzlei und aus dem Totenbuch der Pfarre von St. Stephan entnehmen, das Mozart an einem „hitzigen Frieselfieber“ gestorben ist. So wie es auch aus dem Totenbeschauprotokoll der MA 8 hervorgeht.

Vom 5. bis zum 6. Dezember lag der Leichnam vermutlich in der Totenkammer unter dem Nordturm des Stephansdomes. Am 6. Dezember, um drei Uhr nachmittags, wurde Mozart vor der offenen Kruzifix – Kapelle eingesegnet, dann durch das Stubentor über die Vorstadt Landstraße auf den St.- Marxer Friedhof gefahren und in einem Reihengrab beigesetzt. Das Begräbnis war eines dritter Klasse: 4fl. 36 kr. Pfarrgeld, 4 fl. und 20 kr. Kirchengeld und 3.fl. für den Wagen. Also Mozart wurde keineswegs in einem Armengrab beigesetzt, so wie immer behauptet wurde, sondern in einem Reihengrab beigesetzt, dass aber für je drei bis vier Leichen bestimmt war, demnach sich die Spuren verwischten, und eine Aushebung des Leichnams, für Forschungsarbeiten oder einer in Betracht ziehenden Obduktion dadurch nicht zu realisieren war.

Doch nach medizinischen Erkenntnissen kann Mozart durchaus an einer bakteriellen Herzklappenentzündung gestorben sein. Wo im heutigen Falle bei einer Herzmuskelentzündung, die sogar durch einen vereiterten Zahn entstehen kann, bei sofortigem Erkennen mit Antibiotika behandelt werden kann.

Nur gab es dies zur damaligen Zeit noch nicht. Das Mozart also an einer Krankheit gestorben ist konnte inzwischen eindeutig widerlegt werden. Was auch der Leichenschaubericht aus dieser Zeit bestätigt. Wo die Diagnose „Frieselfieber“ vermutlich von Mozarts Hausarzt Dr. Thomas Franz Closset stammt, diese dann auch als Eintragung in das Totenbuch übernommen wurde.

Außerdem wäre zu erwähnen, dass Mozart schon als Kind drei oder vier Mal unter schweren Fieberattacken litt, dass offenbar schon damals als erste Auswirkungen auf seinen gesamten gesundheitlichen Zustand zurückzuführen ist. Solcherlei Infektionen die bereits im Kindesalter auftraten können bereits eine Schädigung der Herzkranzgefäße ausgelöst haben. Auch von rheumatischen Beschwerden ist die Rede aus einem Brief des Vaters Leopold. Dazu kommt, obwohl der gesundheit-lichen Anfälligkeiten des Knaben Mozart er in keiner Weise geschont wurde.

In den Jahren 1763-1766 organisierte Leopold Mozart in 88 Städten hunderte Auftritte seiner Kinder. Wolfgang und Nannerl konzertierten am Pariser und Londoner Königshof, musizierten mit verbundenen Augen vor dem Bayerischen Kurfürsten und saßen beim europäischen Hochadel an der Tafel. Nicht jeder Auftritt freilich verlief derart glamourös. In London mietete Leopold ein Hinterzimmer eines Gasthauses an: Gegen Eintritt waren seine Kinder „Täglich von zwölf bis drei Uhr zu hören“. Sie wurden wie dressierte Zirkuspferde dem Publikum vorgeführt!

Mozart war also schon als Kind ein Getriebener und schonte sich auch nicht als viel versprechender Komponist in Wien. Dazu kamen, neben seinen unermüdlichen Kompositionseifer, sein ungesunder Lebenswandel und der übermäßige Genuss von Alkohol. Es gab also mehrere Ursachen warum Mozart so jung gestorben ist.

Wo sich hier unweigerlich die Frage stellt: Wer war denn hier für den vermeintlich so frühen Tod des großartigen Komponisten verantwortlich? Vermutlich war es der krankhaft ehrgeizige Vater Leopold, der weder auf das physische noch psychische Krankheitsbild seines Sohnes Rücksicht genommen hatte und ihn ins Grab brachte.

Dafür gibt es zwar keinerlei Beweise, aber Mozarts allgemeiner Gesundheits- und Gemütszustand lassen darauf schließen, dass sein früher Tod vermutlich auf das zurückzuführen ist. Wurden also Wolfgang Amade und Nannerl aufgrund ihrer überaus musikalischen Genialität, nicht doch eher ihrer kindlichen Freiheit beraubt – indem der Vater sie ausgenutzt und wie Marionetten zur Schau gestellt hatte?

Verkracht mit Salzburg und fehlender Anerkennung zunächst in Wien, deren Erfolge erst später, vier Jahre vor Mozarts Tod einsetzten, verstarb Mozart kurz nach Eintreffen seiner Frau in den frühen Morgenstunden des 5.Dezembers 1791.

Für Salzburg war er bereits gestorben. Denn während in Wien, Prag, Kassel und Berlin Trauerfeiern zu Ehren des Verstorbenen abgehalten wurden, hatte man in Mozarts Geburtsstadt Salzburg ihn einfach ignoriert. Selbst der Salzburger Lokal-Presse war das Ereignis gerade einmal elf Zeilen wert.

Salzburg das nicht nur ihn, sondern auch er hasste, und Mozart hatte auch nie daraus einen Hehl gemacht: „Ihre Sprache und Lebensart sind mir ganz unerträglich“ schrieb er 1779, und wie sollte die Stadt auch ehrerbietig einen Sohn in ihren Analen führen, der 1778 an seine Cousine schreibt: „Ich werde Ihnen den Arsch petschieren, Sie hinten und vorn kritisieren, einen wackeren Furz lassen erschallen und vielleicht auch etwas fallen lassen.“ Ist das der Mozart so wie er auch in dem Film „Amadeus“ dargestellt und wie wir ihn aus einigen Überlieferungen kennen?

Österreich zimmerte sich nach Mozarts Tod ein eigenes Mozartbild zurecht, das frei war von allen unpassenden Obszönitäten. Bereits 1798 veröffentlichte Franz X. Niemetschek eine Mozart Biografie, in dem er seinen Zeitgenossen zum lichten Klassiker stilisierte. Danach wurden im Laufe der Jahrzehnte dutzende von Mozartbiografien geschrieben, und es fand eine allgemeine Mozartverherrlichung statt.

Nun unumstritten ist Mozart ein wahrer musikalischer Meister in allem was er komponierte, ein Komponist zwischen „Genie und Wahnsinn“ dem alle Ehre gebührt und über den man höchstwahrscheinlich noch in 500 Jahren sprechen wird. „Denn wen die Götter lieben den holen sie früh zu sich„. Denn vielleicht wäre alles anders gekommen, wenn Mozart seinen Zeitgenossen Salieri überlebt hätte. Und vielleicht wäre er sogar in Vergessenheit geraten…wir wissen es nicht. Doch seine Genialität hat die Zeit überdauert indem man heute noch von Mozart spricht! Mozart – Niemand schaffte es ihm den Rang abzulaufen. Außer Beethoven der für mich neben Bach das größte Genie ist. Doch nur wenige sind auserwählt – und Mozart zählte zu den Auserwählten die in der Sphäre des Universums zu einer der musikalischen Götter erhoben wurde. Aber offenbar musste er erst sterben um zu leben!

Manuela Miebach

 

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