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URLAUBSREIF

20.05.2014 | FILM/TV

FilmPlakat Urlaubsreif~1

 

Ab 22. Mai 2014 in den österreichischen Kinos
URLAUBSREIF
Blended  /  USA  /  2014 
Regie: Frank Coraci
Mit: Adam Sandler, Drew Barrymore u.a.

Man kann sich mühelos vorstellen, wie dieser Film entstanden sein mag: Da kamen eines Tages Agenten des Luxus-Resorts „Sun City“ in Südafrika (ganz garantiert weit weg von jeglichen Problemen, die das Land schütteln) in die USA und überlegten, wie sie ihr afrikanisches Disney-Land am besten an die Leute bringen könnten, die dergleichen lieben müssen. Irgendwie gelangten sie wohl an Adam Sandler und fragten, ob er nicht einen Film machen wollte, der dort spielt. Also bastelte man auf die Schnelle ein Drehbuch, ohne sich im geringsten den Kopf darüber zu zerbrechen – und das Ergebnis sieht dementsprechend aus… (Diese Vorgeschichte ist natürlich erfunden, es gilt die Unschuldsvermutung.)

Wie dem auch immer, es geht um die Hauptdarsteller: Adam Sandler, der Brachialkomiker, von dem nur selten etwas Besseres zu erwarten ist, und Drew Barrymore, die bei ihren Rollen auch nicht heikel ist, haben sich schon zweimal als „Traumpaar“ an den Kinokassen erwiesen. So rechnete man sich gute Chancen aus, dass es noch ein drittes Mal klappen würde.

Zumal die Ingredienzien genau berechnet wurden – ein Familienfilm, also hat jeder von ihnen haufenweise Kinder; ein Urlaubsfilm, also schickt man sie dorthin, wovon alle Amerikaner träumen. In diesem Fall ist es das extrem geschmacklose Luxushotel in Südafrika, wo man dann als Zuschauer alles mitmachen darf, womit Urlauber halt so „unterhalten“ werden – vom Strauße-Reiten bis zu Safaris, Löwen garantiert… Und wo die Schwarzen so penetrant lustig sind, dass man diese Preisgabe der Würde schon als peinlich empfindet. Aber halt – peinliche Szenen sind ja das Sandler-Markenzeichen…

An sich beginnt es mit einem Blind Date, wobei Lauren, geschieden, Mutter von zwei anstrengenden Söhnen, und Jim, verwitwet, Vater von drei anstrengenden Töchtern, gar nicht dazu kommen, ihre Erfahrungen auszutauschen, weil sie sich gleich so unsympathisch sind. Welche Purzelbäume das Drehbuch schlagen muss, um diese beiden Familien gemeinsam in ein Luxusappartement in besagtem Safari-Ressort in Afrika zu bringen, das möchte man gar nicht nacherzählen.

Und auch nicht die auf der Hand liegenden Konflikte und dann ja doch lieblich-süßlichen Annäherungen, wenn es für die Jungs dann plötzlich einen Papa- und für die Mädchen einen Mama-Ersatz gibt… Muss man noch mehr sagen? Regisseur Frank Coraci, zuständig für schlichte Komödien, hat auch hier eine solche geliefert.

Renate Wagner 

 

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