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TRANSFORMERS: ÄRA DES UNTERGANGS

15.07.2014 | FILM/TV

FilmPlakat Transformers~1

Ab 17. Juli 2014 in den österreichischen Kinos
TRANSFORMERS: ÄRA DES UNTERGANGS
Transformers: Age of Extinction  /  USA  /   2014
Regie: Michael Bay
Mit: Mark Wahlberg, Stanley Tucci, Nicola Peltz u.a.

Normalmenschen jenseits des Teenager-Alters, unvertraut mit Videospielen, Kinderspielzeug, Comics, werden sich mit den „Transformers“ schwer tun, denn allein die Beschreibung dessen, was da geschieht, bringt einen schon in Verlegenheit. Da ist beispielsweise ein Auto, das dreht und wendet sich ein bisschen, streckt Metallteile von sich – und plötzlich hat man einen riesengroßen Roboter vor sich, der mit gewaltigen Schritten bedrohlich daherwankt… Unglaublich, welche Milliarden damit schon umgesetzt wurden.

Auch Filme gab es schon mehrere, und nun beginnt man das ganze alte Spiel von neuem, wobei das, was Regisseur Michael Bay hier auf die Beine gestellt hat, schon a priori als Beginn einer neuen Trilogie angekündigt wird. Nun, wer nach nur drei Wochen im Kino im Box Office bereits mehr als 200 Millionen Dollar lukriert, hat seine Fortsetzungen fest in der Tasche.

Und da spielt es auch gar keine Rolle, dass die US-Kritik kein gutes Haar an dem Film lässt – und wir können es nicht anders halten. Dinge dieser Art laufen auf einer eigenen Bewusstseinsebene, und den „Transformers“-Fan ist es so was von egal, was Kritiker sagen… Man kann also nur versuchen, unvoreingenommene Kinobesucher darauf vorzubereiten, was ihnen gegebenenfalls bevorsteht.

Transformers~1

Eines ist jedenfalls klar: Wenn man völlig unbeleckt ins Kino kommt, ist die Chance, sich in dem Transformers-Kosmos auszukennen, gleich Null. Da gibt es unter den Robotern nämlich „Gute“ und „Böse“, Autobots hier, Decepticons dort, und die Menschen stehen dazwischen. Ihr Anteil an der Handlung ist nicht übergroß, es geht um die Blechstücke – so langweilig es für den Normalbesucher sein mag, immer wieder denselben Effekt zu betrachten, dass sich irgendein Blech in irgendein anderes Blech transformiert, so ist dies (aus der Computer-Trickkiste, die hier wieder alle Stückeln spielt) ja offenbar doch das entscheidende Element des Films, das was die „Transformers“-Fans wollen – und wird folglich überreich bedient.

Auch die Menschen teilen sich in die Guten und die Bösen, und immerhin haben die „Guten“ in Mark Wahlberg einen starken Vertreter, wobei auffällt, wie sehr die Amerikaner in der Dramaturgie ihrer Filme auf die Vater / halbwüchsiges Kid-Konstellation setzen. Hier ist es eine 17jährigen Tochter (Nicola Peltz), mit der er sich die üblichen Papa versus Teenager-Schlachten liefert. Die menschliche Ebene liefe solcherart ganz normal, wenn dieser Cade Yeager irgendwo im sehr ländlichen Texas nicht eines Tages scheinbar nur mit „Schrott“ umginge, wenn er einen alten Truck kauft –  und sich dieser „transformiert“. Sogar in einen gewissen „Optimus Prime”, Transformers-Führerfigur, aber fragen Sie mich nicht nach Details…

Als Haustierchen ist dergleichen nicht zu benützen (auch wenn Optiums, wie ja schon der Name sagt!, ein Guter sein soll), denn da sind die „Bösen“ unter den Menschen vor: Immerhin besetzt mit Stanley Tucci, also keinesfalls geringfügig, will die Regierung die Transformers von der Erde verbannen, aber nebenbei noch ausbeuten (nach dem Zweiten Weltkrieg sind auch viele mit Schrott reich geworden…)

Transformers 2~1

Stichwort: Viel Schrott ist unterwegs in diesem Film von Regisseur Michael Bay (immerhin Hollywoods Hoffnung auf die ganz großen Einspielergebnisse!), der kaum vorstellbaren Krach entfesselt – na ja, Metall eben. Kampf, Zerstörung, Untergang, hurra! Und immer wieder und noch mehr und noch mehr.

Aber um Logik der Handlungsführung schert sich die Geschichte wenig, und wer kein Fan ist, dem werden wirklich mühselige mehr als zweieinhalb Stunden beschert. Und das nur, weil die „Transformers“- Aficionados nicht genug davon bekommen können. Immerhin, es ist noch genug übrig, was demnächst zerteppert werden kann – keine Angst also, Ihr bekommt den zweiten und dritten Teil. Und die anderen dürfen zuhause bleiben.

Renate Wagner

 

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