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THE EXPENDABLES 3

18.08.2014 | FILM/TV

 

FilmPlakat Expendables~1

Ab 22. August 2014 in den österreichischen Kinos
THE EXPENDABLES 3
USA  /  2014 
Regie: Patrick Hughes
Mit: Sylvester Stallone, Mel Gibson, Harrison Ford, Arnold Schwarzenegger, Jason Statham, Antonio Banderas, Wesley Snipes u.a.

Eines muss man den „Expendables“ lassen – die Gruppe von Oldies rund um Sylvester Stallone bereitet auf der Leinwand einfach immer Spaß, auch beim dritten Mal. Alte Recken, die vom Drehbuch mit ein paar griffigen coolen Sprüchen bedacht werden und denen man die harten Männer in Action glaubt, weil die meisten von ihnen diese lebenslang überzeugend auf der Leinwand dargestellt haben. Und es gibt sie in reichem Maße – wenn einer ausfällt wie offenbar Bruce Willis, dann gibt es eben einen Harrison Ford, und Antonio Banderas macht es offenbar Spaß, eine dauergeschwätzige Nervensäge zu spielen…

Der harte  Trupp um Barney Ross, von Sylvester Stallone immer gleich lässig gespielt, tritt gleich mit Krach an: Da wird Wesley Snipes aus einem Gefängnis gerettet und sieht so gefährlich aus, dass man meint, er müsse nun eine große Rolle spielen. Tut er nicht – er fügt sich in den Tross um Ross.

Der große Gegner gehörte einst zu ihnen, ist mit Mel Gibson glanzvoll besetzt und gibt der Geschichte Halt, denn für so simple Stories – und mehr soll es auch nicht sein! – hilft es einfach, wenn Gut und Böse genau abgegrenzt sind und beide Seiten ihre persönlichkeitsstarken Gesichter aufzuweisen haben.

Offensichtlich aber sucht Stallone, dem die „Expendables“ gehören (ohne ihn geht es wohl nicht), auch wenn er diesmal die Regie an Patrick Hughes übergab und nur am Drehbuch mitfummelte, doch auch ein junges Publikum und nicht nur jene, die gemeinsam mit ihm alt geworden sind. Dazu braucht er junge Gesichter. Also teilt er seiner alten Crew – an der Spitze sein bester Spezi Jason Statham – mit, dass er sie nicht braucht im Kampf gegen den Waffenhändler, Kriegsverbrecher und Oligarchen Stonebanks (Mel Gibson hat sich nämlich nach Russland zurückgezogen und verwendet einen Teil seiner Millionen auf den Ankauf von Kunstwerken).

Die alten Kollegen sind nicht begeistert, aber die jungen Leute, die Ross engagiert, sind auch nicht ohne – sogar eine junge Frau darf diesmal mitmachen. Ronda Rousey ist ein in den USA bekannter weiblicher Wrestling Star, muss sich also um ihre „harte“ Ausstrahlung nicht sorgen, und auch die anderen Jungen wirken hart genug, sind jedenfalls so kühn, Stallone abschätzig „Grandpa“ zu nennen. Da wartet man ja nur darauf – und dieses Warten wird selbstverständlich belohnt – , dass die alte Garde auftauchen muss, die Frechdachse schließlich zu retten… Und deren ganzes digitales Equipment mag ja ganz nützlich sein – aber im Ernstfall ist dann doch wieder Manpower gefragt.

Zigarre rauchend und für Ein-Zeiler unersetzlich (unvergesslich sein „Hasta la vista, Baby“) ist Arnold Schwarzenegger wieder dabei, am Rande als Unterstützung tätig, während Harrison Ford einen US-Militär spielt, der erst verdächtig wirkt und sich erst am Ende als einer der „Guten“ entpuppt (und Riesenspaß am blutigen Einsatz zeigt).

Gibson erweist sich für alle als harter, trickreicher und gar nicht leicht zu besiegender Feind, und am Ende tritt wieder die alte Kampfmoral in Aktion, wenn es zwischen ihm und Stallone waffenlos Mann gegen Mann heißt…

„Age is just a state of mind“, heißt es einmal in den gesammelten Weisheiten des Films, und das stimmt ja wohl. Wenn ich mich nicht unterkriegen lassen will – dann wird es nicht so leicht sein, mich unterzukriegen, führen die Expendables vor. In diesem Sinn: ad multos annos, solange Ihr so unterhaltend bleibt.

Renate Wagner

 

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