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SHOOTOUT – KEINE GNADE

04.03.2013 | FILM/TV

Ab 8. März 2013 in den österreichischen Kinos
SHOOTOUT – KEINE GNADE
Bullet to the Head  /  USA  /  2012
Regie: Walter Hill
Mit: Sylvester Stallone, Sung Kang, Sarah Shahi, Christian Slater u.a.

Schade, dass Stallone nicht bei seinen „Expendables“ bleibt, als sein eigener Regisseur und Produzent kann er dafür sorgen, dass die Dinge in seinem Sinn mit Humor und Selbstironie laufen. Dieser Gangsterfilm, von Altmeister Walter Hill inszeniert, hat da einfach nicht die Spritzigkeit. Da wiederholen ein paar Exstars (Hill saß schon lange nicht mehr im Regiesessel), was sie einmal gut konnten und wofür sie berühmt waren. Aber die Zeit bleibt nicht stehen…

Die Story basiert auf einem Comic („Du Plomb Dans La Tête“ von Alexis Nolent), aber das merkt man nicht, simple Plots gibt es auch ohne diese Hilfe im Kino. Sylvester Stallone spielt einen Auftragskiller in New Orleans, aber weil er der Held ist, darf er natürlich nicht wirklich unsympathisch sein. Die wirklich Bösen sind ja offenbar nur die, die Morde in Auftrag geben, nicht die braven Hascherln, die sie ausführen… Wir hören die Stimme von Jimmy Bobo (= Stallone) aus dem Off, und seine Sprüche weisen ihn auf die übliche Weise cool und überlegen aus, Motto: Mir kann keiner…

Nach einigen Präliminarien kommt es zu der manchmal, aber nicht so oft da gewesenen Konstellation, dass ein Gangster (Stallone) sich mit einem Polizisten „paart“, um an diesen Ober-Bösewicht heranzukommen (dabei hat Jimmy Bobo uns doch gerade wissen lassen, dass er keine Polizisten mag, weil man ihnen nicht trauen kann!).

Seltsamer Fall – der „gute“ Partner ist im Hollywood-Kino in der Regel ein Schwarzer, doch dieser darf diesmal, fett, gefährlich und unsympathisch, der Böse sein (Adewale Akinnuoye-Agbaje). Irgendwie scheint das ein Fortschritt in der Rassismus-Debatte zu bedeuten. Schade nur, dass der koreanischen Polizisten-Partner (es ist ein Cop aus New York!) in Gestalt von Sung Kang eher farblos bleibt.

Dennoch bekommt er – man erzählt es, auch auf die Gefahr hin, die entsetzliche Spannung zu zerstören – am Ende Slys schöne Tochter (Sarah Shahi). Sie ist Graphikern, macht auch Tattoos, gerät in Lebensgefahr und muss natürlich gerettet werden, das braucht man ja gar nicht zu erwähnen… Für Christian Slater gibt es eine unsympathische Nebenrolle, die, wenn sie nicht mit einer Ex-Berühmtheit besetzt wäre, nicht weiter auffiele.

Immerhin ist der altmodische Film so weit in der Gegenwart angelangt, dass sich die Informationen, hinter denen alle herjagen, auf einem Stic befinden – aber als es darum geht, das finale Duell auszutragen, dann steht Sly wie anno dazu-Kino-mal Mann gegen Mann gegen Jason Moma als dem bösen Killer. Keine Waffen, nur, was man so findet – seltsamerweise sind Äxte offenbar immer bei der Hand. Kein „Shootout“ also, wie der englische Titel der deutschen Fassung sagt, der den originalen englischen Titel („Bullet to the Head“) ersetzt, sondern ein Axt-Out, aber das ist eher kurz und nicht sehr aufregend.

Nicht einmal der Schauplatz New Orleans kommt richtig schön zur Geltung (wie es pittoreske Städte manchmal im Spielfilm dürfen). Nein, für Hill und Stallone ist das einfach ein mäßiger Abgesang. Später wird man sagen: Das waren ja einmal Qualitätsnamen, aber ihre letzten Filme waren nichts mehr…

Renate Wagner

 

 

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