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SEX TAPE

09.09.2014 | FILM/TV

FilmPlakat Sex Tape

Ab 12. September 2014 in den österreichischen Kinos
SEX TAPE
USA  /  2014 
Regie: Jake Kasdan
Mit: Cameron Diaz, Jason Segel, Rob Lowe, Jack Black u.a.

Hat man ein Glück, wenn man irgendwann einmal die Bremse angezogen und angesichts der stürmischen Neuerungen auf dem Internet-Markt „Bis hierher und nicht weiter“ gesagt hat! Denn wer die sozialen Medien in sein Leben lässt… und wer sich gar mit „Cloud“ abgibt! Also, auch wenn man als europäischer Kinobesucher möglicherweise noch nicht so weit ist, zu wissen, was „Cloud“ überhaupt ist – für Annie und Jay ist es die Katastrophe. Denn via Cloud geht das Sex-Video, das sie privat miteinander, für einander gedreht haben, an sämtliche Bekannte… Ein Alptraum, der zu einer typischen Cameron Diaz-Komödie wird.

Immerhin gibt die blonde Grotesk-Komikerin seit einiger Zeit zu, dass sie nicht ewig die Jüngste ist. Mit dem bullig-behäbigen Jason Segel mimt sie ein Paar, das einst sexuell so flott unterwegs war wie nur eines. Aber nach ein paar Jahren Ehe, zwei Kindern und einem erfolgreichen Arbeitsleben werden die Termine knapp – da muss man sich doch glatt verabreden, wenn man’s wieder einmal intim haben will.

Und weil der alte Schwung natürlich auch schon ein bisschen ausgeleiert ist, machen sie’ wieder einmal nach dem Büchl und filmen sich dabei zum, wie sie meinen, nur eigenen Vergnügen: Keine Angst, das ist ein typisches Hollywood-Lustspiel, kein Porno, also sieht man nicht viel mehr als in die Höhe geworfene Beine und ein paar Verrenkungen.

Das turbulente Chaos beginnt erst dann – wenn ihnen klar wird, dass „Cloud“ (was immer das ist) den Film verschickt. An Freunde, Bekannte, die Familie, Chefs, an Lüsterne und Übelwollende… na ja. Und ein Teenager will sie doch glatt erpressen. Und der Betreiber der Vervielfältigungs-Maschinerie (Jack Black, höhnisch) lacht sie aus: Haben sie überhaupt eine Ahnung, wie viel Privat-Porno täglich erzeugt wird?

Ja, warum der ganze Aufwand? Ist der Film von Jake Kasdan  jetzt nur gedreht worden, um den Amerikanern zu sagen, sie sollen sich mit ihrer Prüderie nicht so anstellen? Oder will man ihnen sagen, sie sollen doch verdammt noch einmal vorsichtiger sein, was sie von sich alles ins Netz stellen? Oder ist es einfach nur der übliche, schrille Cameron Diaz-Film? Wie immer man es betrachten will…

Renate Wagner

 

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