REISE UND KULTUR: NEA EPIDAUROS
Nea Epidauros (Neues Epidauros) ist der Nachbarort von Palaia Epidauros (Altes Epidauros). Paradoxerweise ist es aber älter als das gegenwärtige Palaia.
Das ursprüngliche, antike (auch bei Homer erwähnte) Epidauros war zwar ein mächtiger, reicher Stadtstaat, durch nicht ganz geklärte Ursachen (Erdbeben?Tsunami? Beides ??) war es aber jahrhundertelang unbewohnt. Sogar noch, als in Nea Epidauros (wie ein schönes Aquarell zeigt) bereits die Erste Nationalversammlung des befreiten Griechenland stattfand.

Platz der ersten Nationalversammlung. Foto: Robert Quitta
Dieses historische Ereignis macht bis heute die Bedeutung des ansonsten nicht extrem attraktiven Dorfes aus, und das sich daselbst befindliche Museum der Ersten Nationalversammlung ist vielleicht der einzige Grund, Nea Epidauros zu besuchen.

Das Museum der Ersten Nationalversammlung. Foto: Robert Quitta
Und es ist ein sehr guter Grund: denn das Museum – man hätte an diesem Ort nichts dergleichen vermutet – ist wirklich State of the Art. Ausgezeichnet gestaltet, sehr informativ, aber nicht überinformativ, nicht didaktisch, nicht interaktiv, nicht politisch korrekt.
Für den nicht-griechischen Besucher ist es extrem horizonterweiternd. Denn seien wir ehrlich: in unseren Breiten wissen wir über den Griechischen Befreiungskampf – abgesehen von so romantischen Anekdoten wie dem Tod Lord Byrons in Messolonghi – nahezu nichts.

Die Freiheitskämpfer. Foto: Robert Quitta
Demetris Ginis, dem Direktor des Museums, gelingt es aber während seiner eloquenten Führung, unseren Wissenstand über diese so bewegte Periode der Europäischen Geschichte, als Griechenland zum Spielball der Europäischen Großmächte wurde, um ein paar Tausend Prozent zu erweitern.
Um diesen massiven Informationsfluss besser verdauen zu können, kann man den Besuch in Nea Epidauros am Strand bei einem Ouzo mit Mezes ausklingen lassen.

Entspannung am Strand. Foto: Robert Quitta
Noch idyllischer und entspannender als in Palaia Epidauros.
Robert Quitta, Nea Epidauros

