REISE UND KULTUR: NAFPLIO – DIE ERSTE HAUPTSTADT GRIECHENLANDS

Das Archäologische Museum und die Ex-Moschee. Foto: Robert Quitta
Wenn man Griechen erzählt, dass man nach Nafplio fahren wird, erntet man Begeisterung und Zustimmung („ Fantastisch! Die schönste und romantischste Stadt Griechenlands! Da waren wir schon oft…“) – um nicht zu sagen: Neid.
Wenn man Nicht – Griechen davon berichtet, erntet man hingegen allgemeines Unverständnis und entgeisterte Blicke: „Nafplio? Nie gehört ! Wo ist das? Was ist das ? Und warum fahren Sie dahin ?“
Recht haben natürlich die Griechen. Nafplio ist wirklich eine wunderschöne kleine Stadt am Peloponnes, in gewisser Weise deshalb, weil sie (wahrscheinlich wegen ihrer venezianischen Vergangenheit) so „ungriechisch“ ist: die ganze Altstadt ist eine edel gepflasterte Fußgängerzone, man muss also keine Angst haben, sich auf ruinösen „Gehsteigen“ alle Beine zu brechen, es gibt keinen Lärm, sie ist total sauber und sogar mit Bougainvilleas geschmückt.

Ein mit Bougainvilleas geschücktes Gässchen. Foto: Robert Quitta
Es ist herrlich, angenehm und entspannend.
Mittelpunkt ist der Syntagma-Platz mit vielen Cafés, dem in einer ehemaligen Kaserne untergebrachten Archäologischen Museen und einer ehemaligen Moschee, in der das erste griechische Parlament tagte (denn Nafplio war nach dem Unabhängigkeitskrieg die erste Hauptstadt Griechenlands).

Die Nationalgalerie. Foto: Robert Quitta
Mehr über diese Zeit erfährt man in der Zweigstelle der Nationalgalerie, die sich in einer wunderbar restaurierten neo-klassizistischen Villa befindet, die einst einem Bürgermeister von Nafplio gehörte, als er hier noch seine gynäkologische Praxis hatte. Zu sehen sind großartige Gemälde zum passenden Thema: Unabhängigkeitskampf.
Da die Stadt am Meer liegt, ist ein abendlicher Spaziergang entlang der Uferpromenade natürlich das Non-Plus-Ultra. Hier reiht sich ein Restaurant ans andere. Ein besonders gutes ist das mit dem originellen Namen Arapakos (was etwa so viel wie Neger bedeutet, weil der Gründer von sehr dunkler Hautfarbe war). Fantastische Fisch-Auswahl (der Octopus !) und der beste Melitzanosalata, den ich je gegessen habe,

Melitzanosalata. Foto: Robert Quitta
Ein so entzückendes Boutiquehotel wie das Hotel Aion würde man in einem so kleinen Ort (14 000 Einwohner) auch nicht von vornherein erwarten: bis ins kleinste Detail durchdacht, elegant und von raffiniertem Geschmack. Absoluter Großstadt-Standard, nur halt en miniature. Exquisit !
Robert Quitta, Nafplio

