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REISE UND KULTUR: L‘AQUILA – CAPITALE ITALIANA DELLA CULTURA 2026

19.07.2026 | REISE und KULTUR

REISE UND KULTUR: L‘AQUILA – CAPITALE ITALIANA DELLA CULTURA 2026

 In der Nacht vom 5. auf den 6. April 2009 um 3h32 wurde L‘Aquila von einem verheerenden Erdbeben der Stärke 6,5 heimgesucht.

Wer die schöne Hauptstadt der Abruzzen vorher gekannt hatte, und danach gelegentlich zu Besuch kam, verfiel in schwere Depresionen. Alles war zerstört, nix ging mit dem Wiederaufbau weiter. Noch vor ein paar Jahren war das Stadtzentrum „Rote Zone“, und man sah überall nur Kräne, Kräne, Kräne…

Letztes Jahr wurde L‘Aquila für 2026 zur Capitale Italiana Della Cultura erklärt, und um diese Ehre würdig zu feiern, hat man (wahrscheinlich auch dank der zusätzlichen Geldmittel) ordentlich Gas gegeben.

Und als wir jetzt wieder die Stadt besucht haben, bot sich gleich ein ganz anderes Bild.

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Corso Vittorio Emanuele. Foto: Robert Quitta

Man sieht kaum einen Kran mehr, und die Hauptstraße, der Corso Vittorio Emanuele. ist mittlerweile mustergültig restauriert.

Es ist natürlich alles noch ziemlich neu und frisch, aber immerhin.

Es ist erhebend, den herrlichen Corso wieder von Anfang bis zum Ende abgehen zu können und wieder zurück, jeweils mit dem prächtigen Blick auf die majestätischen Berge.

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Basilica Santa Maria di Collemaggio. Foto: Robert Quitta

Die wunderbarste Sehenswürdigkeit Aquilas (das L‘ hat erst der Duce hinzugefügt) ist nach wie vor bzw. wieder die Basilica Santa Maria di Collemaggio. Auch sie ist liebevoll restauriert worden und endlich wieder betretbar.

Um sie ranken sich viele Legenden. Erbauen lassen hat sie der Mönch Pietro da Morrone, der überraschenderweise zum Papst gewählt wurde (und den Namen Celestino V. annahm) – wahrscheinlich mit finanzieller Unterstützung der Templer.

Templerische Symbole sind hier auch zuhauf zu entdecken (sowohl an der Fassade als im Innenraum) ebenso wie alchimistische, spirituelle (die Zahl 7), astrologische, platonische usw.usf. Weiters viele Verweise auf Jerusalem (L‘Aquila soll nach dem Grund Jerusalems gebaut worden sein), auf das magische SATOR – Quadrat…die Liste ist endlos…

Die absolute Spezialistin dafür ist die leidenschaftliche Aquilanerin Maria Grazia Lopardi, die zu diesem Themenbereich bereits 18 Bücher veröffentlicht hat (z.B. La città dello Spirito e il suo Tempio)… und unermüdlich weiter forscht.

Unbedingt zu besichtigen auch noch: il Duomo dei Santi Massimo e Giorgio, La Basilica di San Bernardino, La Fontana delle 99 Cannelle, das Abruzzesische Nationalmuseum und auch das entzückende, nach dem Erdbeben von Renzo Piano errichtete provisorische Auditorium ganz aus Holz.

Dank der „Rinascita“ (Wiedergeburt) Aquilas hat sich auch eine vielfältige Gastronomieszene entfaltet.

Eines der originellsten und besten Restaurants ist dabei das in einem ehemaligen Kino untergebrachte „La Malandrina“, mitten am Corso. Die resolute Chefin Cecilia hat mit ihrem brillanten Küchenchef eine spannende und kreative Karte entworfen, durch die man sich eigentlich durchessen müsste (so groß ist sie wieder auch nicht). Vorschläge:

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Octopus im Malandrina. Foto: Robert Quitta

Schafs-Tartare mit Berberitzen-Pollen und Anis, Spaghettone aglio olio al gusto di mare, lackierter Schwarzfisch mit Mönchsbart und Venusmuscheln-Destillat etc.

(Ich muss aufhören, ich bekomm schon wieder Appetit.)

Zur Übernachtung empfiehlt sich das erste Haus am Platz, das Hotel Castello (in der Nähe des Parks des spanischen Forts) mit herrlichem Ausblick auf die Fontana Luminosa.

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Fontana Luminosa. Foto: Robert Quitta

 Robert Quitta, L‘Aquila

 

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