REISE UND KULTUR: GASTRONOMIE IN SALZBURG
Am 21.Januar beginnt in Salzburg wieder die Mozartwoche, anlässlich des 270.Geburtstags von Wolferl diesmal ganz im Zeichen der Zauberflöte.
Die Musikfreunde aus Wien und aller Welt, die zu diesem Anlass in der Salzachstadt weilen, werden sich angesichts des reichhaltigen Programms ja länger daselbst aufhalten und daher auch angemessen verpflegt werden wollen, tunlichst nicht in überteuerten Touristtraps. Hier einige eigenmundig getestete angenehme Lokale mit dem Quitta-Gütesiegel.
Im reizenden Hotel Elefant in der Altstadt gab es ja schon immer auch ein Restaurant. Das wurde aber vor kurzem – unabhängig von der Hotelführung – neu übernommen, und das ist ein großer Gewinn. Ein intimer Rahmen, eine freundliche Atmosphäre und eine Küche, die auf bewährte Lieferanten, auf regionale Fleischer, Jäger und Bauern wertlegt. Dabei besonders interessant: die Alpingarnelen von der Aquafarm in Tirol.

Die Alpingarnelen. Foto: Robert Quitta
Ein echter Rückzugs-und Wohlfühlort. Man würde gar nicht glauben, dass man sich hier im Herz des von Tourismusströmen umtosten Salzburger Zentrums befindet.
In einer ganz anderen Liga befindet sich das (seit 803 existierende) St.Peter Stiftkulinarium. Hier haben schon Mozart und Michael Haydn (auch miteinander) gesoffen, Haydn hatte daselbst sogar eine Wohnung. Die roten Tapeten vermitteln eine erotisierende Atmosphäre, es kommen natürlich auch viele Touristen, und die ausgezeichneten österreichischen Spezialitäten sind dementsprechend sehr hochpreisig. Besonders originell: für alle Gäste, die ewig auf Salzburger Nockerln warten wollen und denen die normale (dreiteilige) Portion vielzuviel ist, gibt es e i n Salzburger Nockerl in Solo-Ausführung. Geniale, kundenfreundliche Idee.

Das „Solonockerl“. Foto: Robert Quitta
Etwas ganz ganz besonderes ist der Gasthof Maria Plain. Er liegt neben der wunderbaren Wallfahrtskirche, die ja an und für sich schon ein bedeutender Kraftort ist. Der Gasthof ist noch einmal ein verstärkter Kraftort, denn nicht nur ist er seit 1653 in der 15.Generation im Besitz der Familie Mosshammer, zu ihm gehören auch eine aktive Landwirtschaft und eine eigene Hausmetzgerei. Was natürlich die Speisen besonders frisch und köstlich macht wie die Original Mosshammersche Bratwurst und die legendäre Wallfahrer Würstlsuppe (eine Pilger stärkende Suppe mit Nudeln und einem Paar Frankfurter, von denen ein Stück in die Suppe hineinhängt und das zweite Stück am Suppentopf hinunterbaumelt.

Die „Wallfahrer Würstelsuppe“. Foto: Robert Quitta
Wüsste nicht, wo es das auch noch gibt …
Im Sommer kann man im großen baumbeschatteten Gastgarten sitzen mit einer atemberaubenden Aussicht auf ganz Salzburg. Wer dazu noch das Glück hat, dass sich der Patriarch an den Tisch setzt (was er in seiner Leutseligkeit ab und zu gerne tut) und über Pferde, Ziegen, Landwirtschaft, Gott, die Welt räsonniert, ist fürs ganze Leben bereichert.
Auf einem anderen Berg, dem Mönchsberg, liegt das Restaurant M32, einst vom derzeitigen Entbürokratisierungsstaatssekretär Sepp Schellhorn an Stelle des legendären Café Winkler gegründet. Cooles Interior Design, ein kreativer, detailverliebter (allein schon das Gedeck: hausgemachtes Dukkah mit Olivenöl und Joseph Brot !) Küchenchef, eine schicke Bar und eine Terrasse mit einem Mörder-Blick auf die Salzburger Altstadt. Das (sehr leicht mit dem Mönchsberg zu erreichende) M32 ist ob bei Tageslicht oder nachts nach einem Festspielbesuch immer ein guter Tipp.

Das coole Gehweih-Deko im M32. Foto: Robert Quitta
Robert Quitta, Salzburg

